Adam Kokesh

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Adam Charles Kokesh ist ein semiprominenter Irakkriegsveteran, Medienfigur und fanatischer Vertreter des Anarchokapitalismus, der die USA samt Verfassung auflösen möchte. Am meisten aufgefallen ist er bislang mit Publicity-Stunts, die regelmäßig in seiner Verhaftung resultieren. Seine bekannteste Aktion war ein dramatisch angekündigter bewaffneter Protestmarsch in Washington D.C. der die Waffengesetze dort verletzt hätte. D.C. ist gemäß der US-Verfassung ein extraterritoriales Gebiet, nicht Teil irgendeines Bundesstaates und untersteht der Jurisdiktion des Kongresses. Der zweite Verfassungszusatz auf das Rechtauf Waffenbesitz greift also nicht ohne weiteres. Vielleicht war ja diese simple Erkenntnis ausschlaggebend dafür dass er dieses brandgefährliche Himmelfahrtskommando vorher abblies. Als Ersatz ließ er sich in D.C. beim Durchladen einer Schrotflinte und dem Ausstoß von Drohungen filmen. Es folgte eine Verhaftung und Verurteilung.

Chaotische Kindheit

Sein Vater ist der wohlhabende jüdische Anwalt Charles Kokesh, allem Anschein nach ein richtiger Gauner der es wie sein Sohn ständig mit den Gesetzen nicht so genau nimmt. Die Bankenaufsichtsbehörde SEC warf ihm vor, schlappe 45 Millionen Dollar seiner Investoren veruntreut zu haben. In Florida wurde er angeklagt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz für gefährdete Arten und falschen Angaben gegenüber Behörden, was längere Haftstrafen nach sich ziehen kann. Thornburg Mortgage Home Loans Inc. verklagte Charles und Marla Kokesh 2008 auf Zwangsvollstreckung wegen 4.3 Millionen Dollar Schulden auf ein Haus mit Grundstück. Zuvor soll Charles Verschleppungstaktiken angewandt haben um nicht zu zahlen. Auch bei dem von ihm gekaufte Santa Fe Pferdepark gab es Probleme: Die Los Alamos National Bank klagte auf Zwangsvollstreckung wegen 2,25 Millionen Dollar unbeglichener Schulden. Die Mutter ist Psychiaterin und Mitglied einer Chippewa Band, arbeitet mit den Hopi-Indianern in Arizona. Die Eltern sollen geschieden sein, Adam in seiner Kindheit 3 verschiedene Internatsschulen besucht haben. Mit 14 brachte man ihn ins Bootcamp fuer Jugendliche in Camp Pendleton. Seinen eigenen Worten zufolge will er später ziemlich gefühllos gegenüber seiner Mutter gewesen sein als er ihr mitteilte, in den Krieg zu ziehen.

Militärkarriere

Adam schrieb sich mit 18 Jahren bei der Reserve des United States Marine Corps ein. Man teilte ihn dem 5th Battalion 14th Marines zu, einem Reserve-Artillerie-Battaillon mit Sitz in Seal Beach, California. Von 2000 bis 2003 war er matrikuliert an dem Claremont McKenna College im Fach Psychologie und leistete keinen aktiven Dienst. Schließlich kam der Befehl zum Ausrücken, zusammen mit der 3rd Civil Affairs Group ging es zwischen Januar und August 2004 in die irakische Provinz al-Anbar.

Laut seiner eigenen Biographie beschränkte sich seine Kampf-Erfahrung auf gerade einmal 18 Tage, als seine Einheit einem Bataillon in Falludschah zugeteilt wurde. Die Soldaten für zivile Angelegenheiten verteilten Essensrationen an Irakis während das Bataillon die Brücken, diverse Häuser und ein Krankenhaus prüfte, bei Checkpoints, Patroullien und Kampfeinsätzen half. Kokesh erklärte, seine Einheit verteilte einen Großteil der Zeit einfach Cash an Zivilisten und Auftragsfirmen. Nichtsdestotrotz bekam er eine Combat-Auszeichnung. Seine Auszeichnungen und Beförderungen deuten auf einen strebsamen, ambitionierten Soldaten hin der seinen Vorgesetzten gefiel. Bald wurde aber ein schwerer Regelverstoß aktenkundig: Bei der Rückkehr von seinem Irakeinsatz schmuggelte er eine Pistole nach Hause und wurde erwischt. Wieso soll ein Amerikaner, der sich Zuhause jederzeit eine Waffe besorgen kann, solch ein Risiko eingehen? Jemand brach Adams Auto auf dem Unigelände auf und entwendete die Pistole; Adam meldete den Verlust und die Sache flog auf. Drei schwere Anklagepunkte (felony charges) wurden zum Glück für ihn in ein kleines Vergehen verwandelt. Das Militär sah die Sache aber damit nicht als erledigt an.

Wo er noch davor erst zum Rang eines Sargeant befördert worden war, stufte man ihn als Strafe zum Corporal herunter, gab ihm eine ehrenhafte Entlassung und machte ihm klar, dass ein erneutes Ausrücken für ihn ausgeschlossen war. Einem Offizier gegenüber klagte Kokesh später folgendes:

WÄHREND DIESER DIENSTZEIT BRACHTE ICH EINE PISTOLE AUS DEM IRAK MIT NACH HAUSE. ES WAR KEINE TROPHÄE, SONDERN ICH HATTE SIE VON EINEM IRAKISCHEN POLIZISTEN GEKAUFT MIT DEM WIR ZUSAMMENARBEITETEN. WIE DEM AUCH SEI, MEIN CO [KOMMANDIERENDER OFFIZIER] ENTDECKTE DAS ALS ICH MICH DARAUF VORBEREITETE, FÜR EINE WEITERE TOUR AUSZURÜCKEN MIT DEM 3RD CAG, DIESES MAL NACH RAMADI. ICH BETTELTE DARUM, WIEDER IN DEN EINSATZ ZU GEHEN, ABER MAN ERLAUBTE ES MIR NICHT. ICH HATTE MICH FREIWILLIG GEMELDET, BIS ZU EINEM JAHR LANG AKTIVIERT ZU WERDEN, WURDE ABER DIESE GESAMTE ZEIT ÜBER NICHT EINGESETZT. ICH VERBRACHTE DEN GROSSTEIL DIESER ZEIT DAMIT, DEN RASEN UM UNSER GEBÄUDE HERUM ZU MÄHEN UND BETTELTE DARUM, IN DEN IRAK GESCHICKT ZU WERDEN. ICH WOLLTE NUR NACH MEINEN BESTEN FÄHIGKEITEN IN DER GEEIGNETSTEN KAPAZITÄT DIENEN.

Klingt dies nach einem Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung, der es nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, mit dem bösen Militär noch länger an einem völlig kriminellen Krieg teilzunehmen? Überhaupt nicht. Adam, der chronische Regelbrecher, hatte es sich einfach mal wieder verscherzt und wurde abgelehnt, als nicht gut genug befunden. Im November 2006 war endgültig klar, dass das Marine Corps nicht seine Bettelei erhören und ihn nicht mehr in den Irak schicken würde. Gab es noch weitere, nicht aktenkundig gewordene Verstöße, wegen denen man keine Lust mehr auf ihn hatte? Wurde seine Persönlichkeit ihm zum Verhängnis? Im Frühling 2007 war er bereits ein “Antikriegsaktivist”.

Neuerfindung als Antikriegsaktivist

Nach seiner Entlassung erfand er sich neu als leidender Veteran, Antikriegsaktivist und geläuterter Staatsgegner, der angeblich eine posttraumatische Belastungsstörung wegen den Kampferinnerungen mit Alkohol und dem Beruhigungsmittel Xanax betäubt. Er, der ein ganzes Jahr lang zuvor noch vergeblich darum gebettelt hatte, wieder in den Irakkrieg zu dürfen, belehrte folglich die Welt über diesen unmoralischen Krieg. Er wirkt wie beleidigte Leberwurst und Opportunist in einem. Wenn er schon nicht mehr mitkämpfen durfte, dann versuchte er sein Möglichstes, um das Militär zu ärgern und gleichzeitig den Veteranenstatus irgendwie profitabel auszuschlachten. Wenn er nicht ausrücken durfte, dann sollen das andere auch nicht können. Weil ihm vom Militär seine Wünsche verwehrt worden sind und man ihn gedemütigt hatte, dann wird er sich rächen und als Promi-Aktivist seine eigene “Truppe” aufstellen. Er nannte sich in der Öffentlichkeit eine Zeit lang werbewirksam “Sargeant Kokesh” obwohl er zum Lance corporal herabgestuft worden war, ein sogenannter E-3 Rang, der bei der regulären Army geradeeinmal dem Rang Private First Class entspricht.

Er zählte nach seiner Entlassung immer noch zur Individual Ready Reserve und trug am 19. März 2007 bei einer Antikriegs-Demonstration Uniformgegenstände. Er bekam die Aufmerksamkeit die er wollte, sein Foto landete in der Washington Post. Dummerweise wurde ein Major des Marine Corps darauf aufmerksam und schrieb Kokesh, man hätte eine Untersuchung eingeleitet wegen dem Bruch der Uniform-Bestimmungen. Kokesh antwortete mit einer Beleidigung, was ihm eine zweite Untersuchung wegen Fehlverhaltens einbrachte. Seine ehrenhafte Entlassung wurde nachträglich geändert in eine “weniger-als-ehrenhafte” Entlassung, wodurch er Veteranen-Krankenkassenleistungen und 10.000 $ verlor. Wieder einmal schoss sich der empfindlich-stolze Adam mit seiner Regelbrecherei selbst ins Bein. Er suchte im Folgenden die Gesellschaft linker Gruppen wie CodePink, ANSWER, Moveon.org, SDS und IVAW sowie prominenter Antikriegsaktivisten. Unter George W. Bush hatten die sozialistischen Kriegsgegner Hochkonjunktur.

Russlands Geheimdienste haben seit langem einen großen Einfluss auf die Antikriegsbewegung und schüren die “God damn America” Stimmung, eine Befreiungstheologie und die Schwächung Amerikas zugunsten Russlands. Kokesh arbeitete später für den Kreml-Sender Russia Today. Der KGB hatte schon im kalten Krieg sehr viel Geld ausgegeben, um die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen.

Im Mai 2007 reiste Kokesh nach Deutschland und brachte dort zusammen mit einem weiteren inaktiven Reservisten einen unauthorisierten Zivilisten in eine Militärbasis. In einer Essenshalle verlas er einen Brief von “den Menschen aus Ansbach” in dem er die Soldaten, die bald in den Irak ausgeschickt werden sollten, zum desertieren aufforderte. Die Organisation, mit der Kokesh unterwegs war, hieß Iraq Veterans against the War (IVAW). Kokesh war ein großer Unterstützer der Demokratischen Partei, welche 2006 die Mehrheit bei den Kongresswahlen gewonnen hatte. Sein IVAW-Partner Geoffrey Millard, ein Hochstapler, tauchte erst recht tief in die Antikriegs-Linke ein.

Millard sah wegen alten Verletzungen praktisch nie den Kampf, sondern diente lediglich als Büroassistent. Als ein Austreten aus der Armee wegen medizinischer Gründe nicht durchging, versuchte er es als Kriegsdienstverweigerer aus “Gewissensgründen”. Im Anschluss zog er mit IVAW als “Vollzeit-Aktivist” durch die Gegend und rieb sich bedeutungsschwanger an jedem Anti-Kriegs-Promi. Andere Veteranen spionierten Millard hinterher und fanden einen unbedeutenden Jammerlappen der irgendwann nicht mehr zum Dienst erschienen war. Im Gegensatz zu seinen vollmundigen Selbstdarstellungen war Millard nie ein Sargeant sondern hatte nur den Unteroffiziersgrad Specialist. Die Dokumente zeigen sehr magere Auszeichnungen, er behängt sich öffentlich aber mit zahlreichen glänzenden Medaillen. Er behauptet, überall in der Welt schon als Soldat gewesen zu sein, die Dokumente widersprechen. Das FBI ermittelte wegen Urkundenfälschung.

Drogen

Screenshots zeigen einen schriftlichen Beitrag von Kokesh, in dem er erklärt, Gin und das Medikament Xanax zusammen konsumiert zu haben. Er spricht von einer Phase des ernsten Alkoholismus. Alprazolam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit mittlerer Wirkungsdauer, der zur kurzzeitigen Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt wird. Wie alle Benzodiazepine kann auch Alprazolam schon nach kurzer Einnahmedauer zu einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Das Risiko für eine Sucht steigt mit der Höhe der Dosierung und der Länge der Medikamenteneinnahme. Patienten mit bekannten Tablettenabhängigkeit, Drogen- oder Alkoholsucht in der Vorgeschichte haben ein erhöhtes Risiko der Suchtentwicklung. Zu seiner Rechtfertigung erklärte Kokesh wieder, versucht zu haben seine posttraumatische Belastungsstörung damit in den Griff zu bekommen. Widersprüchlicherweise hatte er aber ein Jahr lang nach seinem Einsatz, der nur 18 Tagen limitierte Kampfhandlungen beinhaltete, seine Vorgesetzten angebettelt, wieder in den Irak zu dürfen. Es scheint wie eine weitere billige Ausrede, die ihn in glänzendem Licht präsentieren, ihn besonders machen soll.

Irgendwann wechselte er über zu Marihuana und Halluzinogenen wie DMT oder Magic Mushrooms. Die Häufigkeit, in der er stoned Sendungen produziert hat, lässt darauf schließen dass sein Konsum nicht sporadisch ist, sondern möglicherweise täglich und zum Dauerzustand geworden ist. Das Verführerische an Drogen für eine Persönlichkeit wie Kokesh ist, dass sie die Fantasien nähren, großartig und einzigartig zu sein, über Gesetzen und Regeln zu stehen, erleuchtet zu sein. Außerdem liefert der Rausch eine Isolation von den “gewöhnlichen” Menschen. Nach außen wird natürlich die Abhängigkeit dargestellt als besondere Experimentiererei zum Erkenntnisgewinn und Wohl der Menschheit sowie als “Ausleben von Freiheit”.

Neuerfindung als koservativer Republikaner

2010 will er schließlich Politiker werden, genauer gesagt trat er ausgerechnet als “konservativer Republikaner” in New Mexico an, wohingegen er zuvor auf der Seite der Demokraten stand. Die Wähler interessierten sich jedoch nicht für den unbekannten 28-jährigen ehemaligen Unteroffizier, der außer dem Reservedienst und den wenigen Monaten Einsatz im Irak noch keinerlei berufliche Karriere vorweisen konnte. Wieder eine Ablehnung, wieder war er nicht gut genug.

Medienfigur beim russischen Keml-Sender Russia Today

Ihm fehlt die Kompetenz in politischen und wirtschaftlichen Bereichen, aber als kameratauglicher Ex-Marine mit Irakkriegseinsatz, der sich lautstark gegen das US-Militär ausspricht, bekommt er 2010 trotzdem einen Vertrag bei dem Kreml-Sender Russia Today und seine Sendung war folglich landesweit in den USA empfangbar. In einem Video von USA Survival (Cliff Kincaid) erklärt er, volle inhaltliche Kontrolle bekommen zu haben. Auf die Frage, ob er auch Menschenrechtsverstöße in Russland thematisiere, weicht er aus mit der Erklärung, dass es darum in der Sendung nicht gehe. Er zieht außerdem einen seltsamen Vergleich zwischen den Unzufriedenen in Amerika und den Rebellen in Libyen. Man hätte gerne Luftunterstützung, bekomme aber “nur eine Fernsehsendung” von den Russen.

Die russsischen Medien sind durchzogen von Geheimdienstlern und es wäre normales Prozedere, zumindest vorzufühlen, ob Kokesh sich möglicherweise rekrutieren ließe. Ein unzufriedener, beleidigter Opportunist mit Rachemotivation wie er wäre ein geeignetes Rekrutierungsobjekt. Seine Aussagen im obigen Video zeigen zumindest, dass er sich von den Russen Hilfe erhofft für seinen Plan, die Bundesregierung und mit ihr zusammen die US-Republik zu stürzen. Irgendwann verlängerte RT den Vertrag mit ihm nicht weiter wegen – wen überrrascht es – einem schweren Regelverstoß: Die öffentliche Bitte um Spenden für Ron Paul in dem russischen Sender. Wieder eine Ablehnung.

Anarchokapitalist und die Fortführung der Sendung “Adam vs. The Man”

In dieser Phase wurde er zu dem, was die meisten heute kennen: Der kompromisslose Anarchokapitalist, Agorist und Steuerverweigerer, Konsument von DMT und anderen Rauschdrogen. Die Sendung Adam Vs The Man zog in seinen Keller und er war für die Monetisierung auch selbst verantwortlich.

PR-Stunt mit Schrotflinte in D.C.

Kokesh hatte am 4. Juli zum Unabhängigkeitstag ein polarisierendes Video auf Youtube veröffentlicht, in dem er anscheinend am Freedom Plaza in Washington D.C. am Unabhängigkeitstag eine Schrotflinte durchlädt und die “finale amerikanische Revolution” erklärt. Ursprünglich hatte er zu einem großen bewaffneten Protestmarsch aufgerufen, der zwar in manchen US-Territorien legal wäre, nicht aber in D.C. Die Polizeichefin Lanier von D.C. erklärte:

“MAN DARF ZUR VERTEIDIGUNG EIN GEWEHR ODER EINE SCHROTFLINTE HABEN DIE AUF DAS EIGENE ZUHAUSE REGISTRIERT SIND ALS BÜRGER VON D.C. MAN KANN SIE AUCH DURCH DEN DISTRICT OF COLUMBIA TRANSPORTIEREN. ABER ES GIBT REGELN FÜR EINEN SOLCHEN TRANSPORT. FALLS KOKESH AM DIENSTAG MORGEN DAS TATSÄCHLICH MIT EINER ECHTEN SCHUSSWAFFE MIT ECHTER MUNITION GETAN HAT, WÄRE DIES EIN GESETZESBRUCH.”

Kokesh selbst schrieb zu dem Video, dass der Zuschauer versuchen solle zu zählen, wieviele schwere Gesetzesbrüche hier stattgefunden haben. Gegenüber NBC News 4 Washington erklärte er, dass es sich um eine echte Waffe gehandelt habe. Diese sei seinem Kenntnisstand zufolge sein Eigentum, er kommentierte jedoch nicht, ob oder wo sie registriert ist:

“ICH WAR HIER UND LUD AM UNABHÄNGIGKEITSTAG EINE SCHROTFLINTE, ABER ICH HABE NIEMANDEN GETÖTET. ICH HABE KEINE KINDER MIT DROHNEN GETÖTET. ICH HABE KEINEN KINDERN DIE ZUKUNFT GESTOHLEN. ICH HABE DIESES LAND NICHT IN DEN SCHULDENSUMPF GESTECKT. ICH HABE KEINE DER VERBRECHEN BEGANGEN DIE DER MANN ZWEI BLOCKS WEITER IM WEISSEN HAUS ZU VERANTWORTEN HAT.

Nach eigenen Angaben rechnete Kokesh nicht mit einer dramatischen Reaktion der Behörden. Es erfolgte jedoch eine harsche Hausdurchsuchung der Polizei.

Vorwürfe über Diebstahl, Spendenbetrug und Gangmitgliedschaften

Kokesh und sein Team zerstritten sich nach seiner Verhaftung schnell und beschuldigten sich gegenseitig. Die Vorwürfe lauten auf Unterschlagung, Mitgliedschaft in kriminellen Gangs, Morddrohungen und der Dauerkonsum teurer Drogen auf Kosten von naiven Spendern. Die Organisation Shield Mutual sammelte in der Vergangenheit Spendengelder für Adam Kokeshs Vertretung durch Anwälte; diese Beziehung hielt aber nicht sonderlich lange. Nun erklärte man “wegen besonderer Umstände”, warum Kokesh nicht länger Kunde ist. Darrell Young und Liz “Delish” Del Cano hatten zunächst öffentlich über die AVTM-Medienkanäle dem Spendendienst Shield Mutual vorgeworfen, für Adam eingesammelte Spenden einbehalten und nicht weitergeleitet zu haben. Shield Mutual konterte mit ausführlichen Angaben über die Transaktionen. Del Cano erbat zunächst von Adams Publikum 10.000$ an Spenden für Anwälte, erhöhte die Forderung dann aber schrittweise auf bis zu 50.000$, ohne zu erklären, weshalb auf einmal für die Verteidigung das fünffache nötig sei. Eine Anwältin Kokeshs arbeitete für weniger als 12.000$, ein weiterer sogar umsonst. Das AVTM-Camp, so Shield Mutual, würde keinerlei Transparenz zeigen im Hinblick auf die interne Verwendung von Spendengeldern. Später wurden De Cano und Yealey sogar gefeuert, ohne jedoch im Anschluss die Informationspolitik zu verbessern. Der Vater von Adam, Mr. Charles Kokesh, vermisst 50.000$ Dollar seines Sohnes. Schecks seien im Juli und August verschwunden, Youtube-Zahlungen ebenso. Wieviel Del Cano tatsächlich an Spenden eingesammelt hat, und was damit passiert ist, ist unklar. Schätzungen sprechen von 16.000 bis 34.000 Dollar.

Mehr als 21.000$ sollen von Adams privatem Konto mit Hilfe von gefälschten Schecks gestohlen wordn sein. Laut Shield Mutual würde Charles Kokesh den Verdacht auf Darrell Young legen. Darrell Young von AVTM beschuldigt wiederum Yealey, Schecks in Adams Namens gefälscht zu haben. Nur ein paar wenige tausend Dollar an Spenden seien tatsächlich bei der Anwältin Graziella Bianchi angekommen. Die wartet immer noch auf 8.500$ laut Shield Mutual. Del Cano und Yealey sollen angeblich noch länger behauptet haben, für AVTM zu arbeiten und weiter um Spenden gebeten haben, unter anderem sei ein Kickstarter-Projekt in Arbeit. Der ehemalige Business Manager von AVTM namens Lucas Jewell veröffentlichte ein Video, in dem zu sehen ist, wie Edd Yealey ihm droht, ihn zu erschießen.

Yealey beschuldigt aktuell wiederum Derrell Young, Schecks gefälscht zu haben.

Der Aktivist Christopher Cantwell hatte auch Interessantes zu erzählen über Darrell Young: Dieser sei ein stolzes Mitglied einer Gang und mache keinen Hehl daraus, ein “Crip” zu sein. Bei einer Übernachtung in der AVTM-Haus-WG sei Canwell von Darrell Young geweckt worden mit den Worten:

“Bruder Cantwell, es ist Zeit, die schweren Verbrechen zu begehen.”

Cantwell sollte angeblich im Kellerstudio vor den Kameras unwahre Angaben auf einem Mitevertrag machen für ein neues Haus, dass die AVTM-Bande bewohnen wollte. Falls dies zutrifft, wäre es ein deutlicher Hinweis auf organisierte Kriminalität. Außerdem würde sich die Frage stellen, ob es bei AVTM das übliche Vorgehen ist, gegenseitiges Erpressungsmaterial zu sammeln. Dann ist da noch das Thema Drogen: Kokesh verbrachte so einige Sendungen stoned, konsumierte nach eigenen Angaben u.a. DMT und Marihuana. Cantwell erklärte, es sei “bestenfalls dumm”, nach der Razzia durch die Polizei weiter ständig im Haus Drogen zu konsumieren, insbesondere wenn man dabei noch Waffen trägt, was in Virginia zusammen einen Extra-Anklagepunkt einbringt. Außerdem würden die AVTM-Leute “Tag und Nacht hochpreisiges Marihuana rauchen”. Eine Unze (28.349 Gramm) qualitatives Weed kostet in den USA 250$ und reicht 5 - 10 Leuten vielleicht bis Abends. Das wären bei Konsum von morgens bis in die Nacht pro Monat insgesamt Weed-Kosten von rund 24.000$.