Antisoziale Persönlichkeitsstörung

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Die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch mangelnde Empathiefähigkeit für das Leiden anderer. Die Wissenschaft hat inzwischen genetische Faktoren sowie Umweltfaktoren erforscht und es existieren einige verlässliche Studien, die starke Unterschiede zwischen einem normalen Gehirn und dem Gehirn eines Psychopathen aufzeigen. Psychopathie ist ein treibender und entscheidender Faktor in der Geschichte und der heutigen Welt.

Klischee und Wirklichkeit

Das deutlichste und am einfachsten zu verstehende Beispiel für die Psychopathie sind die berühmten Serienkiller, deren Geschichten von Hollywood verfilmt wurden und in unzähligen Dokus verarbeitet wurden. Figuren wie Ted Bundy oder Jeffrey Dahmer inspirierten auch die Fantasie von Drehbuchschreibern und Krimi-Autoren, die wie am Fließband die ewig gleichen Geschichten erzählen über kreative Killer, die die Ermittler bis zum Showdown hinters Licht führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrem Leben einem hollywoodreifen Serienkiller zum Opfer fallen, tendiert gegen Null. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass Sie in ihrem Leben einem „gewöhnlichen“ Psychopathen zum Opfer fallen, ist deutlich höher. Bei mindestens einem Prozent Psychopathen in der Bevölkerung und weiteren geschätzten fünf bis zehn Prozent schweren Narzissten ist es garantiert, dass Sie regelmäßig auf solche Leute stoßen werden; auch wenn das nicht unbedingt automatisch bedeutet, dass Sie in jemandes Folterkeller oder Gefriertruhe landen. In der berühmten Verfilmung des Romans „Das Schweigen der Lämmer“ spielt Anthony Hopkins den stereotypen psychopathischen Serienkiller, wie Hollywood ihn gerne darstellt: Extrem intelligent und faszinierend diabolisch. In Wirklichkeit sind Serienkiller meist nur durchschnittlich oder sogar unterdurchschnittlich intelligent und ihre Taten sind meistens nicht sonderlich filmreif. In Filmen und Fernsehsendungen muss der Killer immer irgendwie ausgefallen und besonders sein. Mal tötet er nach einem bestimmten Kalendermuster, das andere Mal stellt er irgendwelche kreativen Sachen an mit den Leichen. Solche Fälle gibt es zwar, aber sie sind die Ausnahme. Der Großteil der Psychopathen verteilt sich auf die Breite der Gesellschaft, ob nun Beamter oder jemand aus der Wirtschaft, Mann oder Frau, alt oder jung; sie sind überall. Auch dann, wenn sie keine Killer sind, dann betätigen sie sich auf eine andere destruktive Weise.

Ursprung

Das Zusammenspiel der einzelnen Teile unseres Gehirns wird immer besser verstanden und lässt sich zunehmend mit PET Scans und FMRI-Scannern messen und vergleichen. Die Natur war immer der ursprüngliche Psychopath, weil es der Natur schlichtweg egal ist, ob jemand lebt oder stirbt. Unverschuldete Schicksalsschläge, mangelhafte Nährstoff- und Nahrungsversorgung und traumatische Erlebnisse in der frühen und frühesten Kindheit konnten bereits vor über 100.000 Jahren zu einer antisozialen Persönlichkeitsstörung führen. Auch die genetische Auslese hat immer stärker eine Rolle gespielt, je größer die menschlichen Gesellschaften wurden, weil sich hier die negativen Folgen egoistischen und kaltschnäuzigen Verhaltens besser abfedern ließen und weil jeder nicht mehr jeden so gut kannte wie in den kleinen Stämmen.

Eigenschaften

Die Forschung sagt uns, dass Psychopathen sich gegenseitig leicht erkennen können, wohingegen normale Menschen diese Psychopat-hen meist nur sehr schwer durchschauen. Die „Maske der Normalität“ besteht für den Psychopathen aus der Simulation von normalen Gefühlsregungen, also dem Theaterschauspiel, welches von den gewöhnlichen Menschen erwartet wird und auf das sie vorhersehbar reagieren. Soziale Handlungen und nette Routine lösen bei ihnen keinen Schwall angenehmer Hormone aus, sondern eher das Gegenteil. Sie sind anders verdrahtet, verarbeiten Informationen anders und nehmen raubtierhaftes Verhalten als angenehm, Selbstverwirklichung und als spannend wahr.

Entwickelt sich aber erst einmal eine ausgeprägte Psychopathie, sind die Behandlungsmöglichkeiten gering; eine „Heilung“ praktisch ausgeschlossen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man selbst keinerlei Chance hat, eine psychopathische Person durch Nähe und Liebe zu kurieren. Immer wieder machen Menschen in ihren persönlichen Beziehungen oder in einem politischen Umfeld den klassischen Fehler, solche vergeblichen und lebensgefährlichen Hoffnungen zu pflegen. Gerade berechnende Psychopathen merken sehr schnell, wenn jemand solche Illusionen hat, und nutzen diese Situation eiskalt aus, indem sie entsprechende Signale setzen, die die Illusionen weiter nähren.

Typisch für viele Psychopathen sind extremes Tarnen, Tricksen und Täuschen, Rachsucht, eine niedrige Frustrationstoleranz und Hemmschwelle, raubtierhaftes und parasitäres Verhalten, das Fehlen von Schuldgefühlen und Mitgefühl, die bereitwillige Verletzung sozialer und moralischer Normen, ein oberflächlicher Charme und Furchtlosigkeit. Natürlich ist nicht jeder Psychopath gleich, sondern es scheint mehrere Untertypen zu geben bzw. Mischformen mit Narzissmus, Sadismus, emotionaler Instabilität, Paranoia und anderen Problemen. Die Intelligenz eines Psychopathen ist statistisch eher durchschnittlich bis unterdurchschnittlich, wobei man bedenken muss dass es keine Studien gibt, die einflussreiche prominente Familien auf Psychopathie und ihren IQ testen. Wenn sich Dynastien bilden, die ihre Eigenschaften weitervererben wollen, müssen sie ihre Kinder dementsprechend mit „geeigneten“ anderen Dynastien verheiraten und eine gewisse Härte und Spezialbildung in der Erziehung zeigen, um die gewünschten Eigenschaften auch wirklich in bedeutendem Maße hervorzubringen. Auch Psychopathie ist ein Spektrum von mäßiger Ausprägung bis hin zum Extrem; von überbetonten und unterbetonten Eigenschaften. Der eine hat eine sehr kurze Zünd-schnur, während der andere seine Aggression viel besser im Griff hat und indirekt oder heimlich oder eingebettet in einen gesellschaftlich anerkannten Kontext ausleben kann ohne dabei das Gesetz zu brechen.

Forschung

Der berühmte Neurowissenschaftler James Fallon hat bereits tausende Gehirn-Scans ausgewertet und kann inzwischen ohne Schwierig-keiten nur anhand der Scans erraten, wer ein impulsiver Krimineller ist. Ursprünglich arbeitete er an dem Thema Alzheimer und wurde gebeten, quasi als kleines Nebenprojekt die Hirnaktivitäten von Psychopathen und normalen Menschen vergleichen. In einer Doppel-Blind-Studie betrachtete und sortierte er Scans ohne dabei zu wissen, welcher Scan zu welcher Versuchsperson gehörte. Bei einem dieser Scans sah er die deutlichsten Anzeichen für Psychopathie, die ihm bisher untergekommen waren, musste dann später allerdings feststellen, dass es sein eigener war. Ein erneuter Test brachte das gleiche Ergebnis. Verwechslung ausgeschlossen. Als er seine Verwandten und Kollegen fragte, ob er irgendwie „anders“ sei, erntete er sarkasti-sche Antworten darüber, dass er ganz offensichtlich schon immer anders war und sich jeder darüber im Klaren war. Er hatte kein normales Gefühlsleben und kein normales Risikobewusstsein; fand es beispielsweise wahnsinnig komisch, mit Verwandten in Ebola-gefährdete Gebiete in Afrika zu reisen. Was tut man in einer solchen Situation? Man holt sich weitere Fachmeinungen ein. Vier verschiedene Psychologen diagnostizierten ihn als einen „halben“ Psychopathen, genau in der Mitte des psychopathischen Spektrums nach dem Forscher Hare. Genetiker entdeckten bei ihm mehrere typische Risiko-Gene. Was lag näher, als ein wenig Ahnenforschung zu betreiben? Mit dem Ergebnis, dass sich unter seinen männlichen Vorfahren so einige einflussreiche, aber zwielichtige Gestalten befanden. Warum war er aber ein produktives Mitglied der Gesellschaft ohne tote Frauen in der Kühltruhe? Die beste Interpretation ist, dass seine schöne Kindheit tatsächlich einen enorm positiven Effekt auf die Entwicklung seines Gehirns und seiner Persönlichkeit gehabt hat. Ohne sein harmonisches Zuhause wäre aus ihm höchstwahrscheinlich ein Monster geworden.

LOMBROSO

Lombroso ist ein vorgeschlagenes Programm, mit dem Regierungen die Bevölkerungen zwangsweise per Tests untersuchen lassen könnten. Eigentlich sollte es andersherum laufen: Wer ein staatliches Amt bekleiden möchte, sollte dringlichst auf Psychopathie untersucht werden.

Der Forscher Adrian Raine, der selbst das Gehirn eines Psychopathen hat, befürwortet ein Screening der gesamten Bevölkerung, welches sich schrittweise einführen ließe. Je mehr Serienkiller, Vergewaltiger, Schläger und Terroristen die Bevölkerung plagen, umso eher werden die Menschen bereit sein, solchen breit angelegten Screenings zuzustimmen. Raines windelweiche Kritik an manchen Auswüchsen staatlicher Kontrolle ändert nichts daran, dass er diese Zukunft will. Zu keinem Zeitpunkt demonstriert er in seiner Wunschvorstellung, wie das Volk zuerst die Obrigkeit auf Psychopathie testen könnte, um zu verhindern, dass eine finstere Elite das ultimative Werkzeug zur Bevölkerungskontrolle in Hand bekäme. Einzelne Elemente von Raine’s Konzept werden längst von unseren westlichen Staaten ausgetestet und vorbereitet. Wahrscheinlich wird es nicht einmal notwendig sein, dass jeder Erwachsene irgendwann eine DNA-Probe abgeben und sich einem Scan seines Gehirns unterziehen muss. Denn die Massen füttern bereits jetzt völlig freiwillig über das Internet und die Sozialen Medien genügend Informationen an einen lernenden Algorithmus, der die Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen vermessen kann. Diese sogenannte „Psychometrie“ analysiert die Menschen mit erstaunlicher Genauigkeit, ohne dass diese sich darüber bewusst sind.