David Icke

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Ein wahres Urgestein der Szene von Verschwörungsmedien ist der 1952 geborene Brite David Icke. Er begann seine Karriere in den 1990er Jahren mit Büchern, füllt heutzutage große Konzerthallen für stundenlange Vorträge über Verschwörungen und ist selbst-verständlich auch präsent im Internet. Der Versuch, zusammen mit Gleichgesinnten einen eigenen Verschwörungs-Fernsehsender zu betreiben, versank nach wenigen Monaten in Streitereien und Chaos.

Realitätsverdrängung

Sein bekanntestes Gimmick ist die Überzeugung, dass die Eliten in Wirklichkeit Reptilienwesen aus einer anderen Dimension seien, die ihre Form verändern können, allerdings vertritt er auch eine Reihe an gewöhnlichen Verschwö-rungsideen sowie irrationale esoterische Konzepte.

Icke ist exakt die Person, die eine grundsätzlich ablehnende und verzerrte Haltung zur Realität hat. In extremer Armut aufgewachsen im britischen System der gesellschaftlichen Klassen, war er als Junge in der Schule regelmäßig so nervös und ängstlich, dass er beinahe in Ohnmacht gefallen wäre. Jedes Mal, wenn er heute noch ein Klopfen an der Tür hört, soll er eigenen Worten zufolge immer noch erschrecken, weil er sich damals immer vor der Mieteintreibe-rin verstecken musste. Seine Noten waren in allen Fächern katastrophal, Freunde hatte er in seiner prägenden Zeit keine. Gerade ein stabiles Umfeld ist in der Kindheit und den Teenager-Jahren unbedingt notwendig, um einen Bezug zur Realität zu entwickeln, zu Ursache und Wirkung. Sein Vater lehnte es ab, den Jungen zu einem Psychiater in Behandlung zu geben.

Das Fußballteam Coventry City entdeckte ihn als Torwart-Talent und mit Fuß-ball konnte er endlich punkten und Anerkennung gewinnen. Wenige Jahre später beendete aber urplötzlich die rheumatoide Arthritis seine vielversprechende Karriere. Wieder bekam er die Machtlosigkeit und die Grausamkeit physischer Realität zu spüren. Er entschied sich auch weiterhin konsequent gegen die Hilfe von psychiatrischen Experten und tauchte stattdessen ein in die Welt der Rauschdrogen und der theosophischen Esoterik. Er versprach sich zunächst sogar irgendeine magische Form der Heilung für seine Arthritis, was natürlich keine Aussicht auf Erfolg hatte. Sein Körper war für ihn nur ein Gefängnis und eine Hülle, die man irgendwann mit dem Tod abstreift um dann wie ein kosmischer Schmetterling durchs Universum zu flattern. Er sehnt sich bewusst oder unbewusst nach dem Zustand eines seligen, behüteten Kleinkindes, das sich nicht als fehlbares und verwundbares Individuum begreift, sondern sich selbst mit dem gesamten Kosmos identifiziert. Es lässt sich mühelos rekonstruieren, wie seine Bücher und Vorträge von Anfang an zustande gekommen sind. Er kombinierte altbekanntes Material aus der Verschwörungsszene mit der Theosophie und den Fantastereien von Sitchin und Däniken über Außerirdische. Wo sein erstes Buch noch recht konfus und schwerer verständlich war, hatte er wenig später dann den Dreh raus und veröffentlichte einfacher gehaltene Werke mit einem erkennbaren roten Faden. Auf Deutsch erschien zum Beispiel "Das größte Geheimnis" mit dem Werbeslogan „Dieses Buch verändert die Welt.“ Weder enthält das Buch ein Geheimnis, noch veränderte es die Welt. Rund 20 Jahre altes Material über die Roundtable-Gruppen wird bereits auf den ersten Seiten kombiniert mit inter-dimensionalen Echsenwesen:

Im Zentrum des Systems [...] befinden sich die Reptiloiden. Diese arbei-ten meist im Hintergrund, von unterirdischen Basen aus, oder indem sie reptiloid-menschliche Blutströme in Besitz nehmen, die dem reptiloiden Bewusstsein der unteren vierten Dimension am nächsten stehen."
"Seit Urzeiten haben dieselben Reptiloiden stets die Körper aller Perso-nen besetzt, die in der Verschwörung eine wichtige Rolle spielten und spielen."
"Menstruationsblut zu trinken war schon immer eine Gewohnheit der reptiloiden Blutlinie, denn sie benötigt Blut, um sich in unserer Dimensi-on aufhalten zu können."
"Ein Zuchtprogramm vor nur wenigen tausend Jahren, bei dem reptiloi-de Annunaki und weiße Marsianer gekreuzt wurden, die bereits mit den Reptiloiden auf dem Mars vermischt worden waren, ergab eine Rasse mit einem sehr hohen genetischen reptiloiden Anteil."

Wie soll man denn mit solchen übermenschlichen Gegnern fertig werden? Icke lehrt natürlich die passenden Methoden dafür, nämlich altbackene theosophische Esoterik:

"Potenziell haben wir die Möglichkeit, mit dem All-Bewusstsein, dem un-endlichen Geist, den wir als "Gott" bezeichnen, In Verbindung zu treten. Dieser "Gott" ist nicht von uns getrennt. Er ist wir, und wir sind er."

Esoterik

Der Hauptgrund laut Icke, warum wir Menschen so viel zu leiden haben, ist, dass noch nicht genügend Menschen für den Esoteriker-Glauben rekrutiert wurden und die "weiße Magie" praktizieren.

"Die Reptilien manipulieren uns von der unteren vierten Dimension, dem sogenannten unteren astralen Schwingungsbereich. Um diesen Planeten zu kontrollieren, müssen sie die Masse der Menschheit auf oder unter dieser Ebene halten und von allen höheren Ebenen fernhalten."

Die Menschheit und der Kosmos werden auf die simple Formel "Liebe oder Furcht" reduziert. Reale Wissenschaften wie Physik, Biologie oder Psychologie werden konsequent ausgeklammert. Von dem Phantasten Gregg Braden inspiriert, schreibt David Icke noch mehr Unbewiesenes über Chakren, DNA und Schwingungen und webt diese Glaubensinhalte in seine Arbeit ein. Menschliche Emotionen wie Wut, Furcht oder Schuld können angeblich den Draht zur Selbstvergöttlichung stören:

"Forschungen haben gezeigt, dass es einen Impuls, ein elektrisches Signal gibt, das aus dem Zentrum der Milchstraße unserer Sonne (und an-deren Sonnen) stammt und von dort aus bis zur Erde geht. Dieser Impuls wird dann vom menschlichen Herzen aufgenommen, ans Gehirn und von dort aus an die Körperzellen weitergegeben. Wenn dieser Impuls, diese Resonanz, ungehindert seinen Weg verfolgen kann, dann befindet sich der Mensch im Einklang mit dem Kosmos. Jede einzelne Zelle ist mit diesem kosmischen Impuls verbunden und befindet sich mit ihm in Harmonie. Was sich ihm jedoch in den Weg stellt, sind Emotionen niederer Schwingung und Störungen, die den Schaltkreis unterbrechen und uns von der Erde und dem Kosmos abtrennen."

Hinter Davids Phantasiestrahl und seiner Universalwaffe zum Sieg über die Illuminati-Echsen verbirgt sich nichts anderes als die alte esoterische Denkfalle namens "Gesetz der Anziehung":

"Unsere eigene Wirklichkeit zu bestimmen und unser eigenes Schicksal zu entscheiden ist eigentlich ein sehr einfacher Prozess. Er kann durch folgenden Satz zusammengefasst werden: Was wir aussenden, kommt zu uns zurück."

Das heißt im Klartext: Verdränge wichtige Gefühle wie Angst oder Wut, überla-gere alles mit einer diffusen "Liebes-"Gefühlssuppe und halte Dich bloß fern von Menschen, die nicht auch schon gläubig sind wie Du selbst und die an-zweifeln, dass Dein neues religiöses Steckenpferd irgendeinen Wert hat. Sich selbst zu verbessern ist ein langwieriger und schwerer Prozess. Mit "einfach" und "schnell" ist da gar nichts.

Die Vorstellung eines kosmischen "Gesetzes der Anziehung" ist eine uralte Idee, die teilweise aus fernöstlichen Religionen abgekupfert wurde. Beispiels-weise soll der Glaube daran, Geld haben zu werden, durch kosmische Gesetze dazu führen, dass Du Geld bekommen wirst. Alle stinkreichen gutaussehenden Männer mit ihren Model-Freundinnen kennen dieses Geheimnis und haben nur deswegen Erfolg! Und für nur ein paar Kröten können Sie das Geheim-nis auf amazon.com auch kaufen!

"Wir können jederzeit eine neue Wirklichkeit schaffen. Wir ganz allein haben die Lösungen. Wir ganz allein haben die Kontrolle. Wir sind das Zentrum unseres eigenen Universums, und wir können daraus machen, was immer wir wollen. Es ist einfach unglaublich!"

Weshalb hat Icke dann heute immer noch schwere rheumatoide Arthritis und konnte diese in 20 Jahren nicht wegdenken, wegwünschen, wegzaubern? Wegen reptiloiden Zauberschwingungen aus der unteren vierten Dimension vielleicht? Icke verspricht dem gebeutelten Leser, ihn mit den magischen Lehren befreien zu können. Stattdessen lockt er sie in eine sogenannte Bet-Falle. Beim Beten äußert der Gläubige allerhand Wünsche, die er von seinem jeweiligen Gott oder Gottheiten erfüllt haben will, im Gegenzug für die Erfüllung der Glaubensvorschriften. Bekommt der Gläubige aber nicht das was er will, benutzt er alle möglichen Erklärungsversuche um zu leugnen, dass sein Beten keinerlei Einfluss hat. Es muss wohl eine "Prüfung" sein, oder man hätte „nicht richtig gebetet", oder man müsse sich nur gedulden. Geht durch Zufall oder eigene Leistung tatsächlich einmal ein Wunsch in Erfüllung, wird der Gläubige wieder in seinem Glauben fest bestärkt. Die Sache ist nun wieder "bewiesen", er wurde erhört und vergisst die vorhergehenden 1000 Fehlschläge, wo seine Wünsche keine Erfüllung fanden. Was ist mit den unschuldigen Opfern von Naturkatastrophen? Selber schuld, denn sie waren auf den falschen Schwingungen. Hätten sie mal besser den Glücksstrahl in ihr Chakra gelassen!

Angst und Schuldgefühle

Wer sich von Icke einen neuen esoterischen Glauben aufschwatzen lässt, der beginnt die übliche erste Verliebtheitsphase mit viel Enthusiasmus, hofft und praktiziert. Wenn aber das eigene Leben sich nicht verbessert, die Wünsche nicht in Erfüllung gehen, lastet ein erhöhter Druck auf einem selbst. Was mache ich falsch? Bald kommt man auf die Schlussfolgerung: Die nichtgläubigen, miesepetrigen Menschen in meinem Umfeld ziehen mich auf die untere Schwingungsebene der vierten Dimension! Ich muss mich von denen trennen oder stark absondern! So endet man mit einem Freundeskreis von lauter Gläubigen, die sich ständig gegenseitig in ihrem Glauben bestätigen. Diese Echokammer erstickt jeden Fortschritt und jede persönliche Entwicklung. Und man kommt da nicht einfach wieder heraus. Auch David Icke hat das typisch verdrehte Moralverständnis der Okkultisten:

"Wir haben Kriege, Hungersnöte, Krankheiten und unzählige andere Probleme. Das ist alles richtig. Aber unter dem Aspekt der Evolution der Menschheit ist das alles vollkommen in Ordnung. Wir können uns nur entwickeln, wenn wir aus den Erfahrungen lernen, und das bedeutet, die Folgen unserer Gedanken und Handlungen am eigenen Leib zu erfahren."

Das ist spiritueller Darwinismus. Die Nichtgläubigen seien an allem schuld:

"...dann müssen wir solange einen Tritt in den Allerwertesten bekommen, bis der Groschen fällt und uns ein Licht aufgeht."

Icke beklagt regelmäßig, dass die gewöhnlichen Kirchen uns mit Schuldgefühlen und Angst kontrollieren wollen. Aber Icke selbst redet seinen Lesern ein, sie seien schuld an den üblen Zuständen der Welt, wenn sie keine esoterischen Rituale ausüben und Liebe ausstrahlen. Sogar Krieg und Hungersnöte wären „vollkommen in Ordnung“ als Strafe für uns, solange wir uns weigern, uns nach Davids Vorstellungen „weiterzuentwickeln“.

"Ich hasse die Reptiloiden nicht. Ich möchte sie vielmehr lieben, denn das brauchen sie fast dringender als alle anderen Wesen."

Psychologen wissen, dass schwer narzisstische und psychopathische Menschen völlig unfähig zu Liebe und Empathie sind. An solche Menschen Liebe auszusenden, auszustrahlen und zu denken, dies sei eine Art "weiße Magie", ist ge-nauso nutzlos wie für die Antilope, Liebe an den angreifenden Löwen auszu-senden. Man könnte sich genauso gut Federn in den Hintern stecken und einen Regentanz machen. Die Betrachtung der Pflanzen- und Tierwelt ist die beste Medizin für diesen geistigen Irrsinn: Was zählt ist Effektivität, Leistungs-fähigkeit, Kampf und Initiative. Wer nicht mithalten kann, geht gnadenlos unter und der Kosmos weint keine Träne. Physische Mittel, um Tyrannen zu bekämpfen, sind in David Ickes Irrlehre streng verboten:

"Ich weiß, dass viele Menschen, die über die Bruderschaft und ihre Pläne Bescheid wissen, davon überzeugt sind, dass die einzige Möglichkeit des Widerstands darin besteht, Waffen zu horten und sich auf einen bewaff-neten Kampf für die Freiheit vorzubereiten. Ich kann mir keine Lösung vorstellen, die geeigneter wäre, den faschistischen Staat herbeizuführen, den wir gerade vermeiden wollen. Gewalt mit Gewalt zu begegnen, ist offensichtlich ein Widerspruch und so unsagbar dumm, dass ich mir kaum vorstellen kann, wie wenig Gehirnzellen man dazu aktivieren muss, um auf eine so dumme Idee zu kommen."

Wie "unsagbar dumm" ist es, auf seinem Hintern zu sitzen und mit der Wand zu reden, während ein Feind gegen Dich rüstet und mobilisiert? Davids Moralver-ständnis und Verständnis über Menschen ist auf dem Niveau eines Teenagers stehengeblieben. Revolutionen sind deshalb gefährlich, weil Menschen stark dazu tendieren, Psychopathen zu folgen und Psychopathen können keine moralische, gesunde neue Ordnung schaffen. Aber was interessiert die Psyche der Menschen einen David Icke? Es liegt doch alles an den blutsaufenden Echsen, die man nicht sehen kann, es sei denn man nimmt eine Dröhnung DMT oder Ayahuasca.

"Aber wenn wir der Herausforderung auf einer Ebene begegnen, die sich die Bruderschaft nicht einmal vorstellen kann - Liebe - dann werden wir die Welt transformieren."

Wenn wir Ickes Lehren folgen, dann landen wir im realen, physischen Gefäng-nis oder auf dem Friedhof. Er betreibt die Glorifizierung von "Gefühlen" als Maßstab für unser Handeln und für unsere Entscheidungen:

"Aber wenn wir fühlen, dann kommen wir mit unserem Herzzentrum, mit unserer Intuition, unserer Verbindung mit dem Kosmos, in Kontakt."
"Es ist also nicht wichtig, was sie über die Informationen denken, die ich ihnen hier anbiete. Es ist wichtig, was sie darüber fühlen."

Ja, ansonsten würden die Leser schnell zu dem Schluss kommen, dass der Autor ihnen hier einen Haufen gefährlichen unwissenschaftlichen Blödsinn auftischt.