Narzisstische Persönlichkeitsstörung

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Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch eine permanente, ins Krankhafte und (Selbst-)Zerstörerische übersteigerte Arroganz, Gier, Manipulation, Realitätsverleugnung, Eigengehirnwäsche, Ausbeutung, Selbstüberhöhung, Egomanie. Betroffene leben quasi "im Moment" und basteln sich permanent eine Scheinrealität zurecht. Der Graben zwischen Fantasie und Wirklichkeit (als "grandiosity gap" bezeichnet von Sam Vaknin) darf dabei nicht zu groß werden, sonst kollabiert das Fantasiekonstrukt. Narzissten suchen und kultivieren Beziehungen zu anderen Menschen, um dadurch neue Quellen für "narzisstische Nahrung" (narcissistic supply) zu erschließen und auszubeuten in Form von Geld, Aufmerksamkeit etc.

Entdeckung

Es ist gesichert, dass westliche Geheimdienste wesentlich früher die Persönlichkeitsstörung kannten, als die gewöhnliche Psychologie. Die US-Geheimdienst ließ in den 1940er Jahren akkurate psychologische Profile erstellen von Adolf Hitler. Diese geheimen Berichte von Top-Psychologen wie Murray enthielten eine klar verständliche Beschreibung von Hitlers Narzissmus. In frei zugänglichen Quellen herrschte lange Zeit Flaute zum Thema Narzissmus. Im Internet und auf dem Buchmarkt hat sich Einiges getan in den letzten Jahren, wobei die Qualität der dargebotenen Informationen natürlich stark schwankt und viele Coaches mit unterschiedlichen Qualifikationen individuelle Beratungen verkaufen an Opfer von narzisstischem Missbrauch.

Obwohl der Narzissmus im Kern nicht allzu schwer zu verstehen ist, dauerte es eine Ewigkeit, bevor das Establishment der Psychologen die Wahrheit widerwillig anerkannte. Erst in den 1980er Jahren tauchte die narzisstische Persönlichkeitsstörung offiziell in den Diagnose-Büchern wie dem amerikanischen DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) auf. Inzwischen wird seltsamerweise darüber nachgedacht, den Narzissmus in zukünftigen Versionen des DSM nicht länger als eigenständiges Krankheitsbild aufzuführen, sondern nur noch als Beigeschmack von anderen Störungen wie etwa Borderline oder Paranoia. Wie üblich will die Zunft der Psychologen und Psychiater das Thema komplett vereinnahmen und die alleinige Deutungshoheit behalten, was aber der Bevölkerung herzlich wenig nützt. Wir sprechen hier von einer schweren und gefährlichen geistigen Krankheit, die Schätzungen zufolge fünf Prozent der Menschen betrifft und die in schwächerer Form das Verhalten weiterer Leute stark beeinflusst. Warum erfahren wir nichts davon in der Schule? Warum ist das noch nicht längst Allgemeinwissen? Die sogenannten Experten scheinen mehr zu vernebeln als verständlich zu machen.

Definition

Natürlich muss man unterscheiden zwischen echten Narzissten, Leuten mit narzisstischen Zügen und normalen Leuten, die einfach mal fies sind. Ab wann ist also jemand nicht mehr im normalen Spektrum? Es ist nichts Ungewöhnliches oder Schlechtes daran, ein großes Selbstbewusstsein zu haben, wenn entsprechende Leistungen dahinterstehen, oder auf seine eigenen Interessen zu achten, Bewunderung durch andere zu schätzen, große Pläne zu schmieden oder sich ab und an unrealistischen Fantasien hinzugeben über Erfolg. Erst wenn mehrere solche Wesenszüge krankhaft verzerrt sind und das Verhalten einer Person über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Situationen negativ kennzeichnen, spricht man von Narzissmus. Ein normaler Mensch ist im Vergleich zum Narzissten relativ komplex und versucht ständig, die Balance zu treffen zwischen eigenen Wünschen und den Wünschen anderer, sowie zwischen internen wie externen Regeln der Moral und Gemeinschaftlichkeit. Der Narzisst hingegen ist ein hemmungsloser Staubsauger, ein ewiges manipulatives und rachsüchtiges Kind, das immer im Mittelpunkt stehen will, nie genug bekommt, immer Recht zu haben meint, Moral definiert als „was mir nützt“ und Ungerechtigkeit definiert als „was mir nicht gefällt“.

Der größte populäre Irrtum über den Narzissmus ist, dass der Narzisst in sich selbst verliebt ist. Der Narzisst kann aber nicht lieben und schon gar nicht sich selbst. Er ist vielmehr besessen von einem idealisierten Fantasiebild von sich selbst und braucht für die Aufrechterhaltung dieser Fantasie ständig hohe Mengen „narzisstischer Nahrung“ in Form von Aufmerksamkeit, Bewunderung durch andere Menschen, Geld, Kontrolle, der Möglichkeit andere Menschen zu erniedrigen oder mit Gewalt zu bestrafen, oder Wutausbrüchen, die von der Umgebung erduldet werden müssen. Er bewertet andere Menschen schlichtweg nach der Menge und Qualität an narzisstischer Nahrung, die sie liefern können. Es ist ein bisschen wie mit Quellen für Erdöl, wo man zunächst einmal mit groben Tests abschätzt, wieviel da zu holen ist. Lohnt sich die Förderung, fängt man an zu saugen, solange bis nichts mehr kommt und man weiterzieht. Je mehr unterschiedliche Quellen man gleichzeitig anzapfen kann, umso höher die Fördermenge.

Eine Theorie zur Entstehung dieser Persönlichkeitsstörung ist der außer Kontrolle geratene geistige Schutzmechanismus im Kindesalter. Ist die Realität unerträglich und werden das eigene Selbstbild und das Selbstwertgefühl von außen torpediert, können mehrere Dinge passieren: Der eine entwickelt eine sehr unterwürfige Persönlichkeit und giert förmlich nach einer harten Hand, der nächste findet Auswege und vermag seine Psyche zu schützen, und manche verdrängen die Realität und die eigenen Gefühle völlig und ersetzen sie durch die Fantasie „Ich bin perfekt, keiner kann wir was, ich bin der einzige der zählt.“ Gerade Anfangserfolge mit der narzisstischen Eigen-Gehirnwäsche bestärken dieses Verhalten, denn man findet immer irgendwo passende Opfer, die sich aussaugen lassen. Es berauscht im medizinischen Sinne, Macht auszuüben, denn so lassen sich die eige-nen Hormonspiegel hochtreiben. Statt ein komplettes/komplexes Leben mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu führen, leben Narzissten immer im Moment. Alles was zählt, ist im Moment aufzufallen, anderer Leute Energie auszusaugen, dominanter zu sein, seinen Willen zu bekommen. Die Zukunft wird nicht realistisch betrachtet, sondern idealisiert, um in der Gegenwart punkten zu können. Die Vergangenheit wird zurechtgelogen mit allerhand erfundenen und übertriebenen Heldentaten, um in der Gegenwart punkten zu können.

Verschiedene Arten von Narzissmus

Nun gibt es erfolgreiche, bzw. fitte und/oder gut aussehende Narzissten, die es sich leisten können dementsprechend hemmungslos und offen aufzutreten. Ihnen wird fast alles verziehen. Dann gibt es die mäßig erfolgreichen Narzissten, die etwas andere Strategien verfolgen müssen, um zu bekommen was sie wollen und ihre Quellen für narzisstische Nahrung nicht zu schnell zu vergraulen. Sie müssen sich mit weniger ergiebigen Quellen zufriedengeben und können dementsprechend die Misshandlung anderer Menschen nicht zu weit treiben und sie können nicht so hemmungslos tun als seien sie allwissend und allmächtig. Dann gibt es noch die erfolglosen Narzissten, die sich nicht verhalten können wie Rockstars, sondern die sich hinter einer verletzlichen oder sogar schüchternen Fassade verstecken. Der schüchterne Narzisst muss echte oder erfundene Gebrechen und Wunden benutzen, um Mitleid zu erregen um auf diese Weise zu bekommen, was er will. Ein erfolgreicher Narzisst wird beispielsweise eine Militärkarriere als Offizier stolz vor sich hertragen und in der Öffentlichkeit maßlos übertreiben, um in der Politik Fuß zu fassen. Ein mäßig erfolgreicher Narzisst wird eher seine lausige Militärkarriere zurechtlügen und behaupten, in der Spezialeinheit Navy SEALS gewesen zu sein. Solche Gestalten gibt es zuhauf und sie tragen nicht nur entsprechende T-Shirts, sondern lassen sich gar SEAL-Logos tätowieren, um in ihrer Stadt groß auftrumpfen zu können. Der ganz erfolglose Narzisst war bei den Streitkräften nur im Büro oder anderweitig eine ganz kleine Nummer, behauptet aber gegenüber seiner Freundin, im Kampfeinsatz gewesen und traumatisiert worden zu sein. Deshalb habe er ein Alkoholproblem und „momentan“ Schwierigkeiten, einen Job zu finden, weswegen die Freundin jeden Tag zur Arbeit rennen soll, um Miete und Strom zu bezahlen. Er spielt das liebenswürdige, verwundete Tier, das wieder gesund gepflegt werden muss.

Fehlt es an herausragenden Erfolgen in der Biografie, erfindet der Narzisst einfach welche, er schmückt sich mit fremden Federn, falschen akademischen Titeln, die er im Internet gekauft hat, oder er plagiiert seine Doktorarbeit. Es gibt auch immer wieder Fälle, wo Narzissten mit gemieteten Autos und fremden Häusern grandiosen Reichtum vortäuschen oder hollywoodreife Geschichten erfinden, in denen sie Geheimagenten sind. Wenige Menschen fallen heutzutage noch auf betrügerische Emails herein, laut denen man tausende Eu-ros überweisen soll, um Millionen an einer nigerianischen Erbschaft zu erhalten. Aber wenn der Betrüger im realen Leben mit dem Opfer eine Romanze eingeht und dann schrittweise um mehr und mehr Geld bittet, dann hat das eine wesentlich höhere Erfolgschance. Beliebt ist der Trick bei ausländischen Frauen aus dem asiatischen Raum, unsichere Männer im Westen zu heiraten und dann regelmäßig irgendwelche Notfälle bei den Verwandten in Asien zu erfinden: Der Bruder sei vom Motorrad gefallen, der Vater überraschend krank geworden usw.

Kollaps des Narzissten

Was also, wenn der Schwindel auffliegt, und die Quellen der narzisstischen Nahrung versiegen? Dann wird der Graben zu groß zwischen Realität und Fantasie und das ganze Kartenhaus droht einzustürzen. Schwere depressive Phasen zwingen den Narzissten oft, sich in Be-handlung zu begeben und er verlangt dann vom Arzt, ihn wieder so herzustellen wie er vorher war. Wird dann nur die Depression diagnostiziert und mit fragwürdigen Medikamenten behandelt, kann ein sogenanntes „Aktivierungs-Syndrom“ auftreten bei dem es zu wahnwitzigen Morden und Amokläufen kommt. Wenn Narzissten nämlich merken, dass alle künftigen attraktiven Quellen für Nahrung unerreichbar sein werden, entscheiden sie sich lieber für den Tod mit einem großen Knall, einer gewaltigen Machtdemonstration.

Techniken

Obwohl der Narzisst von außen betrachtet wirkt, als hätte er ein gigantisches und unerschütterliches Selbstvertrauen, reagiert er äußerst empfindlich auf jede Kritik und jeden Widerspruch, gerät leicht in Rage und verspürt tiefen Hass gegen denjenigen, der es gewagt hat, seine Per-fektion in Frage zu stellen. Um gar nicht erst in eine Situation zu gelangen, die ihm unangenehm ist, arbeitet er zielstrebig darauf hin, für sich eine Umgebung zu schaffen, die ihm einen ungestörten Zustrom narzisstischer Nahrung bietet. Die konstante Realitätsverleugnung mag diverse Vorteile mit sich bringen, aber auch hohe Gefahren, die letztendlich in Armut oder Isolation enden können. Legendär sind die Horden an kurzlebigen Stars, die ihr Geld verprassten, ihre Gesundheit ruinierten, sich ständig juristischen Ärger einhandelten und sich in Los Angeles dermaßen unbeliebt machten, dass sie keine attraktiven Jobs mehr bekamen. Auch dann, wenn der Narzisst keine Schauspielerei als Beruf hat, schauspielert er sich durch jeden Tag seiner Existenz hindurch, egal ob die Rolle einem Rockstar ähnelt, einem Staatsmann, einem König, einem rebellischen Volkshelden, oder einem Meisterheiler. Diese Rolle kann von Moment zu Moment wechseln, je nachdem was gerade mehr verspricht. Je mehr man sich natürlich auf eine bestimmte Rolle konzentriert und jene entwickelt, umso mehr Ertrag kann sie bringen. Dabei ist dem Narzissten natürlich herzlich egal, ob er wirklich Heilungserfolge oder andere behauptete Qualitäten in nennenswertem Umfang vorweisen kann. Es ist schließlich ein Vollzeitjob, permanent Eigengehirnwäsche zu betreiben, gegen Konkurrenten zu intrigieren, Kritiker schlechtzureden und multiple Quellen an narzisstischer Nahrung zu kultivieren.

Im privaten Bereich machen sie sich häufig Gebrauch von dem Verliebtheitsphänomen, das in den ersten Wochen und Monaten einer Beziehung auftritt und hormonell den Blick aufs Wesentliche vernebelt. Opfer von narzisstischem Missbrauch machen oftmals sehr ähnliche Erfahrungen: Sie begannen als naive Gutmenschen, die anderen nichts Böses wollten und fest glaubten, dass es sich bei anderen Menschen ähnlich verhält. Bei den ersten Dates ist der Narzisst (ob nun männlich oder weiblich) gut gekleidet, humorvoll und berichtet ausführlich von seinem wundervollen Leben, ist aber auch ein guter Zuhörer. Wenige Warnzeichen werden gerne übersehen, wie etwa die schlechte Behandlung von Kellnern oder etwas zu starke Tendenz zur Kontrolle und Selbstdarstellung, denn viele Narzissten können den ersten Eindruck, den sie machen, ungeheuer positiv gestalten. Mit Techniken, die dem sogenannten „Cold Reading“ von Fake-Gedankenlesern, dem Love Bombing von Sekten oder klassischen Verkäufertaktiken ähneln, errät der Narzisst zielsicher, was der Gegenüber hören will und schnell entsteht der Eindruck, eine tolle Person getroffen zu haben, die großartige Pläne für die Zukunft hat. Während der Verliebtheitsphase, wo das kritische Denken vermin-dert ist, will der Narzisst Abhängigkeiten schaffen und seine Kontrolle vermehren. Je naiver und manipulierbarer das Opfer, umso besser.

Opfer berichten einhellig davon, dass nach einer schönen Phase mit starken emotionalen Wirkungen plötzlich Gewitterwolken aufziehen und seltsame Dinge passieren. Auf einmal werden die Opfer nicht mehr auf Händen getragen, sondern zunehmend zermürbt mit versteckten Sticheleien und Kritik, Wutausbrüchen, Forderungen, Vorwürfen und Verwirrungstaktiken. Das Opfer war ja gezielt ausgewählt worden, weil kein nennenswerter Widerstand von ihm zu erwarten war gegen die vielfältigen schmutzigen Techniken, Verdrehungen und Überraschungsangriffe. Natürlich kann der Narzisst auch immer wieder in seinen Fake-Liebe-Modus umschalten und an die gute alte Anfangszeit der Beziehung erinnern, worauf das Opfer wiederum bei der Stange gehalten wird und sich weiterhin bemüht. Das ständige Auf und Ab laugt das Opfer aus, weil es nie weiß, wann wieder ein heftiges Blitzgewitter auftreten wird und weil es in seinem Kopf immer hin und hergerissen ist, während der Narzisst vergleichsweise simpel denkt und handelt. Je schwächer das Opfer physisch wird, umso weniger Widerstand ist möglich gegen die psychischen Atta-cken und schlimmstenfalls tanzt das Opfer dann voll und ganz nach der Pfeife des Narzissten.

Man muss wissen: Mit einem Narzissten zu diskutieren ist absolut sinnlos. In seinem Kopf bastelt er sich jeden Sachverhalt so hin, dass er Recht hat, glänzt und besonders ist. Der Narzisst ist nie schuld an irgendetwas. Immer nur die anderen sind schuld. Passt ein Fakt nicht in dieses Muster, ignoriert er ihn oder erklärt ihn für nichtig oder zum Teil einer Verschwörung. Widerspricht er sich selbst, macht ihm das nichts aus, es sei denn er wird ertappt und muss sich geistig verrenken um diesen Patzer zurechtzubiegen. Schließlich hat er gelernt, zu jeder wachen Stunde Eigen-Gehirnwäsche zu betreiben und hat jeden noch so billigen Trick an anderen Leuten hundertfach ausprobiert.

Der Narzisst ist oft eine typische Promihure und schmückt sich mit Bekanntschaften und Kontakten, auch wenn diese in Wirklichkeit gar nicht tief reichen müssen. Ein Selfie oder ein Foto beim Händeschütteln mit irgendeiner bekannten Figur kann auch einfach spontan entstanden sein. Behandelt jemand Menschen mies, die irgendeine Dienstleistung erfüllen und nicht viel Macht haben, ist dies ein absolutes Warnzeichen, genauso wie ein übersteigertes Anspruchsdenken und wütende Reaktionen auf die Vorenthaltung einer besonderen Vorzugsbehandlung.

Narzissten können recht erfolgreich werden, abhängig von ihren sonstigen Fähigkeiten, sind aber bestimmten Arten von Psychopat-hen unterlegen, was die Erlangung langfristiger Macht angeht, denn sie verdrängen die Realität zu stark, leben im Moment statt langfristig zu planen, haben brüchige Beziehungen und sind ihrerseits anfällig für Manipulation. Sich als gesunder Menschen bewusst auf Narzissten einzulassen, ist eine hochriskante Angelegenheit, die schnell bergab gehen kann, manchmal aber zeitweise unvermeidlich ist, wie etwa im beruflichen Umfeld einer größeren Firma. Denken Sie immer daran, dass Narzissten keine echten, treuen Partnerschaften mit Komplizen kennen und Ihre Gier schnell gegen Sie ausnutzen werden. Selbst wenn Sie sich vertraglich absichern, wird der Narzisst alle möglichen Tricks und Register ziehen, wenn es ihm nützt, um aus der Verantwortung zu kommen. Er wird sein Geld verstecken und Insolvenz vortäuschen, fortziehen und sich an seiner neuen Adresse nicht melden und seinen Namen nicht außen an der Klingel befestigen, Meineid-Zeugen aufbieten, Dokumente fälschen oder sonstige Manöver bringen. Lassen Sie sich gar nicht erst auf solche Gestalten ein. Denn wenn erst einmal alles den Bach runtergeht, können Sie vergessen, vollständig zu Ihrem Recht zu kommen. Natürlich gibt es auch Narzissten, die andere Narzissten als Quelle kultivieren und abzocken, was man sehr gut sehen kann in der Musikindustrie, oder an der Börse. Da es so viele Narzissten gibt, kann man nicht alle davon rigoros aus seinem Leben verbannen. Aber man kann ihren Einfluss und ihre Wirkung dramatisch beschneiden und alternative, gesunde Strukturen aufbauen.

Warnzeichen und Früherkennung

Je mehr Sie Ihre Bildung zu dem Thema vergrößern und zu konkreten Fällen lesen, umso leichter wird es Ihnen fallen, entsprechende Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und generell ein hartes, unattraktives Ziel abzugeben. Umgekehrt lernen Psychopathen und Narzissten sehr fleißig, geeignete Opfer in der Masse zu finden und ihre Methoden zu verfeinern. In den allerwenigsten Fällen ist ein Narzisst oder ein Psychopath bereit, freiwillig seine Tarnung aufzugeben oder sich einem Persönlichkeitstest und einem strukturierten Interview zu unterziehen. Selbst die besten „Profiler“ des FBI können meist einen Psychopathen oder eine andere gefährliche Person nicht einfach so durch eine oberflächliche Betrachtung erkennen, sondern versuchen methodisch, zu ergründen welche Art von Persönlichkeit die Person hat.

Es geht nicht darum, dass Sie sich eine Fachausbildung aneignen müssen, mit der Sie wie ein klinischer Psychologe genaue Diagnosen über andere Menschen anstellen. Weder haben Sie die Gelegenheit, mal eben ein Studium der Psychopathologie nebenher abzuschließen, noch wird jemand anderes sich ohne weiteres einfach so untersuchen lassen. Sie werden auch wahrscheinlich nie genau wissen, ob jemand eine voll ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, oder nur starke narzisstische Züge, denn es ist äußerst selten, dass so jemand irgendwann einmal von einem ausgebildeten Psychologen bzw. Psychiater untersucht wird. Zudem ist Narzissmus in den diagnostischen Handbüchern deutscher Psychiater unterrepräsentiert und kann durchaus auch von einem Profi übersehen werden.


Die wichtigste Lektion: Verlassen Sie sich niemals darauf, was für Gefühle und Instinktreaktionen jemand anderes bei ihnen weckt oder nicht weckt. Viele gefährliche Menschen können ganz normal und höflich wirken, weder einschüchternd, noch seltsam oder mit Schlangenbeschwörer-Charme. Opfer haben immer wieder berichtet, dass sie sich absolut keiner Gefahr bewusst waren, bevor die Falle zuschnappte. Achten Sie genau darauf, was jemand sagt und wie die Person es sagt, wie derjenige sich präsentiert und welche nonverbalen Signale die Person aussendet. Mit offen formulierten Fragen und Höflichkeit können Sie mehr Informationen herauskitzeln, also mit Fragen á la „Warum haben Sie….“, „Wie würden Sie…“, „Was denken Sie über….“ und dann müssen Sie darauf achten, ob die Antworten Auffälligkeiten enthalten. Auf diese Weise muss sich die fremde Person, wenn sie etwas Heikles zu verbergen hat, viel mehr anstrengen und läuft schnell Gefahr, sich hier und da über kleine Details etwas zu verraten. Seien Sie ein gewitzter Zuhörer und denken Sie auch darüber nach, was die andere Person NICHT sagt. Achten Sie auf Widersprüche, Ausweichmanöver, Nebelkerzen und achtlose Kommentare.

• Weicht die andere Person einer bestimmten Frage aus durch Ablenkungen, Themawechsel, Humor, oder wird diese bestimmte Frage komplett ignoriert?

• Gibt die Person indirekt besorgniserregende Sachen zu? Gibt es Anzeichen für Unehrlichkeit und Fahrlässigkeit?

• Redet die andere Person auffällig viel und zu angeberisch über sich selbst? Verwendet die Person zu oft Wörter wie „Ich“ und „mein“?

• Macht die andere Person fast nur oder ausschließlich andere Leute für Fehlschläge verantwortlich?

• Wirkt die andere Person unvorsichtig, leichtsinnig, waghalsig?

• Wirken manche Aussagen überbetont, übertrieben, zu dick aufgetragen, oder einstudiert?

• Wie spricht die Person über (angebliche) Ungerechtigkeiten die ihr wiederfahren sind?

• Gibt es Anzeichen für Alkoholismus und Drogenkonsum?

• Anzeichen für Ärger mit Strafverfolgungsbehörden? Ist er vor solchen Problemen getürmt?

• Anzeichen für Probleme mit Aggressionen?

• Versucht die Person zu stark, Gemeinsamkeiten zu behaup-ten und Sympathie zu wecken?

• Ist die Person dreist, bevormundend oder anmaßend? Ist ihre Kritik unfair? Benutzt die Person versteckte Beleidigungen oder wechselt sie auf eine berechnende, komische Weise Lob mit harscher Kritik?

• Haben Sie das Gefühl, die Person ist anstrengend, kraftrau-bend? Fühlen Sie sich, als müssten Sie ständig auf der Hut sein?

• Bekommen Sie dick aufgetragenes Lob von der Person, aber die Person hat sofort 50 konkrete Vorschläge, was Sie „besser“ machen könnten?

• Ist die Person zu spontan und impulsiv? Gilt sie als „schwierig“ oder als „Drama Queen“? Bringt sie sich mit ihrem Temperament regelmäßig in Schwierigkeiten?

Wenn Sie Verständnis zeigen, unaufgeregt sind und so tun, als ob Sie der anderen Person in bestimmten Dingen glauben und als ob Sie ähnlich denken würden, entlocken Sie Ihrem Gegenüber vielleicht noch mehr wichtige Informationen. Ganz wichtig: Nehmen Sie sich Zeit. Viel Zeit, wenn es sein muss und finden Sie notfalls Ausreden, um sich mehr Zeit zu verschaffen für Ihre Analyse. Rufen Sie lieber ein Taxi, anstatt mit Fremden zu fahren, vermeiden Sie betrunkene Partynächte und One Night Stands. Stürzen Sie sich nicht überhastet auf einen attraktiv wirken-den Deal, der „nur für kurze Zeit“ verfügbar ist. Die meisten Täter suchen nach schnellen Gelegenheiten und Opfern die sich schnell herumkriegen lassen. Machen Sie sich zuhause Notizen und suchen Sie nach weiteren Informationen über die Person, beispielsweise online in einer Suchmaschine oder in Sozialen Medien oder in öffentlich einsehbaren Datenbanken. Was für eine Person ist das? Welche Art von Persönlichkeit hat sie?

Im Internet ist es ein Leichtes für gefährliche Personen, unechte Profile von sich zu erstellen und mit kreativen Lügen mehrere falsche Identitäten zu benutzen. Schauen Sie sich ein paar Tricks ab bei Privatdetektiven oder heuern Sie einen an in wichtigen Fällen. Gra-ben Sie nach in der familiären, sozialen und beruflichen Sphäre der Person. Es hat schon Hochstapler gegeben, die als Ärzte arbeiteten oder Frauen vortäuschen konnten, sie seien finanziell sehr erfolgreich oder Geheimagenten. Stellen sie auf eine unauffällige Weise im persönlichen Umfeld der Person weitere Fragen und nutzen sie Gelegenheiten, die Person im Umgang mit anderen Leuten zu beobachten. Viele schöne Fassaden halten dieser strengeren Beobachtung und diesem Nachhaken nicht stand. Selbst wenn die Person ihr persönliches Umfeld darauf gedrillt hat, einen positiven Eindruck vorzugaukeln, so kann es sein, dass das Umfeld unbeabsichtigt oder beabsichtigt mehr preisgibt, als es darf.

Möglicherweise entscheiden Sie sich bereits an diesem Punkt, den Kontakt mit dieser Person abzubrechen, vielleicht lassen Sie sich teilweise auf die Person ein oder vielleicht können Sie diese Person gar nicht komplett vermeiden. Um in dem Fall, dass die Person sich als problematisch herausstellt, gewappnet zu sein, pflegen Sie Notizen darüber, wann Sie wo mit der Person welche Art von Kontakt hatte, wer sonst noch dabei war und was Ihnen besonders aufgefallen ist. Speichern Sie Kopien von digitalen Konversationen, aber achten Sie darauf, nicht den Datenschutz zu verletzen und sich angreifbar zu machen. Leisten Sie sich eine gute Rechtsschutzversicherung und seien Sie sich im Klaren über nützliche Gesetze gegen Stalking oder Ähnliches. Wenn sich jemand als problematisch erweist, minimieren Sie den Kontakt auf null oder auf ein absolutes Minimum und geben Sie der Person keine weitere Aufmerksamkeit. Geben Sie nicht dem Drang nach, die andere Person belehren zu wollen oder Ihre Positi-onen wieder und wieder zu rechtfertigen. Solche Analysen der Persönlichkeitsstruktur anderer Menschen und die Analysen von Risikofaktoren erfordern ein wenig Übung und natürlich hilft Sach- und Fachliteratur dabei, immer mehr dazuzuler-nen, bis man irgendwann ganz automatisch so vorgeht. Je mehr Sie wissen, umso besser geschützt sind Sie. Überprüfen Sie auch immer wieder die Leute, die Sie bereits zu kennen glauben und mit denen Sie Kontakt haben. Statistisch ist die Gefahr deutlich größer durch Leute in unserem scheinbar vertrauten Umfeld. Nicht empfehlens-wert sind Klischees aus fiktionalen TV-Sendungen, Krimis oder Ro-mane über Mörder und Serienkiller, weil hier viel zu viel verzerrt wird und irreführende Klischees bedient werden.

Prüfen Sie Ihre eigenen Schwachpunkt, die zu schlechteren Entscheidungen führen: Sind Sie einsam, traurig, unsicher? Haben Sie in der Vergangenheit dazu tendiert, sich auf die „falschen“ Leute einzulassen?

Narzissten im Internet

In unserer globalisierten Gesellschaft sind prominente Menschen, wie etwa Politiker oder politische Ideologen, die uns anlocken oder beeinflussen wollen, in der Regel physisch weit von uns entfernt, können uns aber durch das Fernsehen, das Internet oder andere Medien erreichen. So entsteht eine asymmetrische Kommunikation, bei der der Prominente über abrufbare Videos und Audiodateien zu jede Tages- und Nachtzeit auf Sie einreden kann, während Sie kaum eine Möglichkeit haben, mit der prominenten Person direkt zu sprechen und (kritische) Kommunikationen in die andere Richtung zu schicken. Die Zeiten, in denen es nur ein paar wenige große TV-Sender gab, die als Lagerfeuer der Nation agierten und wo bekannte Gesichter jahrzehntelang diverse Sendungen moderierten und große Politiker in Szene setzten, sind einer neuen Ära gewichen, in der jeder mit einer Webkamera für 20€ einen eigenen Internet-TV-Kanal starten und auf Jagd nach Publikum gehen kann. Selbst amateurhafte Videos ohne nennenswertes Budget, wenn sie einen bestimmten Geschmack treffen und sich auf Sozialen Netzwerken explosionsartig verbreiten, können Millionen Mal im Netz angesehen werden. Diese Möglichkeiten ziehen natürlich hochgefährliche Menschen an, die ihre narzisstischen und psychopathischen Eigenschaften gewinnbringend einsetzen möchten. Selbst wenn Sie nicht viel geben auf Youtube-Persönlichkeiten, so kann es vielleicht sein, dass Ihr Partner oder ein guter Freund oder Ihr Kind in die Fänge eines Schlangenbeschwörers gerät und sich seinen Kopf mit gefährlichem Unsinn füllen lässt. Wussten Sie, dass man auf Youtube in wenigen Minuten lernen kann, wie man Drogen anonym im Internet kauft? Dass Webseiten anonyme und sichere Möglichkeiten versprechen, fremdzugehen? Dass radikale Youtube-Moscheen 24 am Tag geöffnet haben? Dass Youtube-Gurus gerne ihre Schäfchen gegen Eltern und Freunde aufhetzen?

Natürlich kann man auch von anständigen Figuren auf Youtube und anderen Plattformen viel Nützliches lernen und deshalb lohnt es sich auch hier, Screening-Techniken anzuwenden. Weniger prominente Figuren auf Youtube können Sie noch mit etwas Glück am Telefon erwischen in Skype, aber an einflussreichere Gestalten kommt man kaum heran und diese haben auch mehr Erfahrung damit, ihre Au-ßenwirkung zu optimieren, peinliche Aspekte zu verstecken und auch juristisch gegen manche Kritiker vorzugehen.

Eine Person auf Youtube oder Facebook kann ein (verkappter) Extremist sein, der Ihnen eine irreführende Mischung aus Fakten und Verdrehungen präsentiert und Sie dazu animiert, sich auf die Überzeugungen einzulassen und einer Szene beizutreten. Die Vielfalt des Medienangebots im Internet macht es wahrscheinlicher, dass Sie früher oder später auf Inhalte treffen, die Sie besonders stark ansprechen. Das Dumme ist, dass sie mit vielen solchen prominenten Internet-Gurus fast nie persönlich sprechen können, um sich ein direktes Bild aus der Nähe zu machen. Stattdessen können Sie sich nur produzierte, editierte Videos ansehen, die von den Urhebern optimiert und poliert wurden vor der Veröffentlichung.

Warnzeichen von Internet-Narzissten

Dennoch gibt es auch hier viele Möglichkeiten, die man nutzen kann, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen:

• Wenn eine prominente Figur viel Material veröffentlicht, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie auf Aufnahmen stoßen werden, die seltsam, widersprüchlich oder schockierend wirken. Je mehr eine Person vor der Kamera steht, umso leichtsinniger und fahrlässiger kann sie werden und den Überblick verlieren über die Elemente, die die schöne Fassade bilden. Oftmals existieren Videos, die der Prominente bereut und vergeblich aus dem Internet tilgen möchte. Finden Sie diese Videos, lernen Sie über deren Entstehungsgeschichte und versuchen Sie sie fair zu analysieren. Hatte derjenige einfach einen schlechten Tag? Oder scheinen hier tatsächlich besorgniserregende Züge durch?

• Während in persönlichen Gesprächen Eindrücke flüchtig sein können, sind Eindrücke auf Video dauerhaft festgehalten. Im persönlichen Gespräch kann jemand versuchen, Sie mit hoher Geschwindigkeit oder Ablenkungsmanövern zu überrumpeln und zu überlisten, während Sie bei einer Videoaufnahme jederzeit pausieren und nachdenken und eine Stelle wiederholen können. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, um nach Auffälligkeiten zu suchen, nach Hinweisen auf Drogenkonsum und Alkoholismus, Widersprüchen, Manipulationen und billigen Argumentationstricks.

• Suchen Sie nach kritischen Videos, Kommentaren, Blogposts und Zeitungsartikeln über die Person und versu-chen Sie objektiv nachzuvollziehen, ob die Kritik gerechtfertigt ist. Finden Sie heraus, wie der Prominente mit Kritikern und Skandalen umgeht. Gibt es eine kriminelle Vergangenheit?

• Konsultieren Sie immer Fachliteratur und verschiedene Blickwinkel und nutzen Sie Logik, um die Darbietungen des Prominenten besser verstehen zu können. Vielleicht mer-ken Sie, dass er in Wirklichkeit recht wenig Ahnung von der Materie hat und sich mit Argumentationstricks über Wasser hält. Medienprofis sind häufig Experten darin, immer so zu wirken, als lägen sie völlig richtig. Können Sie den Propa-gandisten bei glatten Lügen ertappen?

• Mimt er oder sie den großen Verfolgten und das Opfer von großangelegten Verschwörungen? Sind diese Sichtweisen begründet, oder völlig übertrieben? Hat die Person schlichtweg sich und andere in unnötige juristische Schwie-rigkeiten gebracht? Nur weil jemand juristischen Ärger hat, macht das denjenigen noch lange nicht zum Nelson Mandela.

• Wie ist das Verhältnis dieser Person zu Geld? Ungesund? Wie verdient die Person konkret wieviel Geld?

• Zeigt die Person ein auffälliges und faktenwidriges Muster an Idealisierung und Verdammung?

• Übertreibt die Person die eigene Bedeutung und den eigenen Erfolg maßlos? Lässt die Person hier und da durch-scheinen, von Gott und der Vorhersehung auserwählt zu sein?

• Praktiziert die Person selbst, was sie predigt, oder unter-scheidet sich ihr Privatleben drastisch von den gepredigten Werten und Maßstäben?

• Behauptet die Person, mit viel mächtigeren Kreisen im Bund zu stehen? Dies kann entweder ein dreister Bluff sein, um sich wichtig und attraktiver erscheinen zu lassen, oder tatsächlich bedeuten, dass derjenige gefährlichen Kreisen zuarbeitet.

• Macht die Person falsche Versprechungen? Erzählt Sie Ihnen genau das, was Sie hören möchten? Lassen Sie sich nicht beeindrucken durch Slogans und Sprüche wie „Ich will nicht, dass Sie mir glauben; Sie sollen alles selber nachprüfen!“

• Fordert diese Person Sie auf, Dinge zu tun die Ihren Ruf unnötig schädigen und Sie isolieren können? Werden Risi-ken heruntergespielt? Will diese Person, dass Sie sich von Freunden und Familienmitgliedern distanzieren? Eine Medienfigur spricht nicht unbedingt nur alleine im Dozenten-Stil zu seinem Publikum, sondern sucht das Gespräch mit anderen prominenteren Figuren und auch mit Kritikern oder Gegnern und „dem gemeinen Volk“. Hier kann man auf konkrete Manipulationstechniken achten und bewerten, ob es sich noch im Rahmen bewegt, oder schon erheblich auffällt. Die folgenden gängigen Tricks werden nicht ausschließlich, aber insbesondere von manipulativen Menschen benutzt in Auseinandersetzungen:

• Gaslichtern: Diese Technik ist benannt nach dem Theaterstück „Gaslight“ und beschreibt logikwidrige Attacken auf die Wahrnehmung und das Selbstbewusstsein einer anderen Person. Der andere sei an allem Schuld und könne nicht einmal der eigenen Wahrnehmung trauen. Der Manipulator leugnet zum Beispiel Fakten über sein eigenes Verhalten in der Vergangenheit und behauptet erfundene Zusammen-hänge und Tatsachen. Wird genügend Gaslichtern eingesetzt, zweifeln manche Opfer an ihrem eigenen Realitätssinn und ihrem Selbstwert. Das Mantra des Manipulators ist: „Du bildest dir das nur ein, du bist nicht mehr klar bei Trost, das ist nie passiert!“

• Wortsalat: Wird der Manipulator ertappt und kann für sein Verhalten keine der üblichen Ausreden erfinden, probiert er es mit Wortsalat, also recht unverständlichem Kauder-welsch und abschweifendem philosophisch klingendem Ge-laber und Allgemeinplätzen, die mit der Sache wenig zu tun haben.

• Nonsens: Der Manipulator nutzt unlogische Vorwürfe, Ablenkungen und Verwirrungstaktiken, um seinen Gegner zu „besiegen“, also um dominanter zu wirken. Statt um den Kern der Angelegenheit zu sprechen, attackiert der Manipulator alle möglichen anderen Aspekte von Ihnen.

• Zirkuläre Argumentation: Der Manipulator behauptet, immer recht zu haben und anständig zu sein, benutzt dafür aber keine echten Beweise, sondern nutzt ein Netz an unbewiesenen Indizien und Behauptungen, die sich gegenseitig stützen.

• Projektion: Der Manipulator beschuldigt andere Leute, unehrlich und bösartig zu sein, obwohl er es selbst ist. Ein Manipulator kann auch ein paar aufgeschnappte Fachbegriffe wie „Narzisst“ oder „Psychopath“ mit oberflächlichen Definitionen benutzen, um seine Gegner damit zu attackieren.

• Strohmann: Anstatt auf Ihre Position einzugehen, wird der Manipulator Ihre Position ins Extreme verzerren, um Sie schlecht aussehen zu lassen und um mit Leichtigkeit diese verzerrten Positionen zu kontern.

• Ewiges Mäkeln und Kritisieren: Ehrliche Kritik ist sachlich und fair, aber die Kritik des Manipulators ist permanent, un-fair und durch nichts zu bremsen. Egal wie sehr man sich anstrengt, für den Manipulator kann man trotzdem nichts richtig machen.

• Themawechsel: In einem einzigen Satz kann der Manipula-tor das Thema wechseln das ihm unangenehm ist. Wenn der Gegenüber beharrlich bei dem ursprünglichen Thema bleibt, wird der Manipulator entweder einen weiteren Themawechsel versuchen, oder eine andere Taktik einsetzen.

• Drohungen: Diese können verschiedene Formen anneh-men, auch indirekte. Wenn Sie also nicht die „Frohbotschaft“ des Manipulators bereitwillig akzeptieren, wird Ihnen eine Reihe äußerst unangenehmer Konsequenzen aufgezählt. Der in seinem empfindlichen Ego verletzte Manipulator kann auch generell in Richtung seiner Kritiker drohen, dass eines Tages, wenn sich die Machtverhältnisse ändern, die Kritiker „zur Rechenschaft“ gezogen oder an den Rand gedrängt werden.

• Grenzen austesten: Manipulatoren testen, wie weit sie bei anderen Menschen gehen können und bohren genau an diesen verwundbaren Punkten nach. Immer wieder spielen sie nach Attacken wieder den Netten und schmeicheln und belohnen, um Ihre Opfer wieder anzulocken und bei der Stange zu halten.

• Ein Manipulator kann jederzeit völlig überraschend einen Streit vom Zaun brechen, um sein Opfer konstant unter Stress zu halten. Egal ob an Ihrem Geburtstag, oder an einem anderen Zeitpunkt; der Manipulator kennt keine Hemmungen, um Sie aus der Balance zu bringen.

Normale Menschen verwenden auch hin und wieder solche Techni-ken, aber wenn Sie bemerken, dass dieses aufgeblasene unfaire Drama das Standardrepertoire einer Person ist, dann ziehen Sie die nötigen Konsequenzen. Es ist vergebene Mühe, eine solche Person zur Einsicht überreden zu wollen und es ist meist überflüssig und kontraproduktiv, sich gegen unfaire Attacken zu rechtfertigen. Wenn „Freunde“ oder Partner dieses Verhalten in starkem Maß zeigen, ist es an der Zeit, sich anderweitig umzuhören. Die „guten alten Zeiten“ werden nicht zurückkehren.

Vielleicht ist solch eine Laien-Einschätzung nicht 100% akkurat und die andere Person hat vielleicht nur starke narzisstische Züge anstelle einer voll ausgeprägten Persönlichkeitsstörung. Trotzdem: Warum soll man ein unnötiges Risiko eingehen, wenn es da draußen genügend andere Leute gibt, die vertrauenswürdiger sind?