Stefan Molyneux

Aus Recentr Academy
Wechseln zu: Navigation, Suche

Legacy-banner-buckets-768x90-animated.gif

Der Kanadier Stefan Molyneux ist ein populärer Vertreter der Ideologie des Anarchokapitalismus. In tausenden Podcasts und Videos wettert er theatralisch gegen das Wählen und die Republik als die Grundübel der Menschheit. Im Zuge der Präsidentschaftskampagne von Donald Trump und dem Aufstieg der Neuen Rechten vertrat er immer mehr konservativ-kulturelle Positionen. Kritiker werfen ihm vor, seine Internet-Gemeinde weise Züge einer Sekte auf.

Der Guru

Der 1966 geborene Kanadier hatte nach eigenen Angaben eine furchtbare Kindheit auf Grund furchtbarer Eltern. Sein eigener Vater verließ ihn ihm Kleinkindalter, die Mutter vernachlässigte ihn und warf ihn mit 15 aus dem Haus. Kinder reagieren unterschiedlich auf die erschreckende direkte und indirekte Botschaft der Eltern, nichts wert zu sein. Manche entwickeln sich zum latent depressiven Untertanen, andere verabschieden sich in größter Not von ihrer Gefühlswelt und erschaffen eine Fantasieversion von sich selbst, die all das ist was sie sich erträumen. Mit dieser idealisierten Fantasie-Figur und einer (falschen) Selbstsicherheit tritt man dann auf, deren Maß viele andere Leute beeindruckt. Was sich aus der Distanz festhalten lässt, ist dass Stefan Molyneuxs Selbstdarstellung meilenweit von der Realität entfernt ist. Er bezeichnet sich selbst als “König der Philosophen”, auf einer Stufe mit den historischen Genies. Andere betrachten nüchtern seine Arbeit und stellen fest, dass er einfach die Gedanken fähigerer Männer übernommen und jenen dann eigene, teils verblüffend fehlerhafte Gedanken angefügt hat. Außerhalb seiner Gruppe werden seine Philosophien kaum bis gar nicht wahrgenommen, selbst spricht er von “der größten philosophischen Debatte der Welt”. Außerdem betrachtet er Psychologie und Philosophie als untrennbar voneinander, was logischerweise bedeutet, dass er sich auch für den König der Psychologen halten muss.

Der von der akademischen Welt abgelehnte Molyneux veröffentlichte mit “Universally Preferable Behavior” sein angebliches Magnum Opus mit kosmischer Bedeutung. Er möchte damit ohne Religion beweisen, dass libertäre Standards die moralischsten seien und weltweit Gültigkeit besitzen. Solche generell akzeptablen Standards wurden eigentlich längst gefunden, Atheisten wie Richard Dawkins schreiben leidenschaftlich darüber. Aber Molyneux gibt sich mit seinen engsten Mitstreitern der Illusion hin, er der “Philosophenkönig” hätte das Rätsel der Menschheit gelöst:

“ES IST DER DER BEWEIS AUF DEN MENSCHEN TAUSENDE JAHRE LANG GEWARTET HABEN. […] DIES IST EIN ECHTER PUNKT DER SINGULARITÄT UNGLAUBLICHEN RUHMS MEINER ANSICHT NACH.”

Er ersetzt Gott einfach mit sich selbst als Maßgeber der Moral und beglückt die Welt mit dem “wichtigsten Wissen im Universum im Moment”. Dabei scheitert er an der eigentlichen Fragestellung, weshalb Wahrheit eigentlich der Lüge vorzuziehen sei, Gewaltlosigkeit der Gewaltherrschaft und so weiter. In UPB findet sich auch keine letztendliche Begründung, warum jemand moralisch handeln will. Warum Eigentumsrechte beispielsweise geachtet werden sollten. Ohne verstecktes metaphysisches “Das ist halt so” kommt Molyneux nicht aus und scheitert damit an der eigenen Aufgabe.

Christliche Libertäre wie Roland Baader geben zu dass Moral sich ihrer Ansicht nach “nun mal gehört”, manche Dinge einfach akzeptiert werden müssen und wir nicht alles unbedingt theoretisch ergründen können. Auch Ayn Rand versuchte innerhalb ihres eigenen Kultes für alle anderen festzulegen, was moralisch sei und was nicht.

Viele Denker, unter anderem der Philosophiestudent Danny Shahar, zerlegten Molyneuxs Werke und rissen damit bei ihm alte Wunden auf. Der Philosophenkönig kochte vor Wut. Immerhin dürften ihn nur “wahre historische Genies” kritisieren. Molyneux redete sich in seiner Sendung in Rage und warf dem extrem höflichen Shahar x-mal vor, beleidigend zu sein.

Propaganda gegen politische Beteiligung

Politische Libertäre, die wählen gehen oder gar Parteiarbeit leisten, seien laut Molyneux Unterstützer des unmoralischen Systems Staat und legitimieren ihn durch ihre Teilnahme. Es geht nicht mal mehr darum, seine Stimme ungültig zu machen, sondern nur noch um die Abstinenz.

In dem Video "Infiltriere doch die Mafia!" macht sich Molyneux in einer hochnäsigen und überheblichen Art lustig über so ziemlich jeden, der Ämter ausübt und Wahlen gewinnen will. Sein Kernargument ist die Behauptung, dass man z.B. keine Mafia-Gruppe infiltrieren und diese dazu bringen könnte, den Mafiosi zu schaden. Anscheinend sind ihm die Geschichte großer Mafiagruppen und Ermittlungsarbeit weitestgehend unbekannt. Eine Mafia lässt sich genauso infiltrieren, demontieren und zähmen wie jede andere Gruppe auch. Er argumentiert dennoch, dass man den Staat nicht durch den politischen Weg verkleinern könnte. Indem man den Sozialisten kampflos das politische Feld überlässt, würde – so die veraltete und verkürzte Logik basierend auf Ayn Rand – alles schneller zusammenbrechen woraus dann die neue freie Ordnung entstehen soll. In Wirklichkeit entledigt sich der Sozialismus gewöhnlich seiner schärfsten Gegner und stabilisiert sich notfalls lange durch das Verhungern-lassen weniger wichtiger Bevölkerungsteile wie China es vorgemacht hat. Die Freiheit kann sich nicht, wie die Libertär-Mönche es phantasieren, hundert oder tausend Jahre Zeit lassen. In 15 bis 20 Jahren kann Freiheit durch eine Weltregierung und den technischen Fortschritt für immer unmöglich gemacht werden.

Molyneux ist zum Großteil morbides Entertainment für die Leute, die zwar den Staat tagsüber mit Geld versorgen, aber sich zum Feierabend anhören wollen, wie doof doch einfach alle anderen seien.

Es wird ein politisches Mönchtum aus Enthaltsamkeit und den Rückzug in ein geistiges Bergkloster gepredigt während man zunehmend jene als Sünder porträtiert, die dem eigenen philosophischen Konzept nicht folgen. Wir müssten nur alle lange genug dieses Mönchtum praktizieren, die Regierung wegerziehen und hoffen. Für Fanatiker macht es keinen Unterschied ob man eine Abgabenlast von 72% zu tragen hat, oder einzig eine Mehrwehrtsteuer von 10%. Wer nicht sofort die Maximalforderungen stellt und gleichzeitig keine politische Arbeit reininvestiert, sei schädlich.

Propaganda gegen Eltern

Molyneux versuchte immer wieder, seine Anhänger gegen deren Eltern aufzubringen, falls diese nicht zu Anarchokapitalisten konvertieren wollen. Dies erinnert an das Prinzip "Millieukontrolle" einer klassischen Sekte. Wenn Molyneux damit konfrontiert wird, redet er sich mit der Behauptung heraus, er würde nur in extremen Fällen raten, die eigenen Eltern zu verstoßen.

So manche Eltern machten aber Erfahrungen wie die folgende:

“Vor fast drei Jahren empfahl ich meinem Sohn, die Podcasts von Stefan Molyneux anzuhören. Wir glauben an Freiheit und verbrachten viele Stunden mit der Diskussion über Politik und Philosophie. Sechs Monate später brach mein Sohn jede Verbindung mit uns ab.”

Andere Eltern erlebten Ähnliches:

“Sam war ein junger Erwachsener. Seine Kindheit war idyllisch – eine sichere Umgebung, eine liebevolle Familie, christlich erzogen, aber er hatte die Freiheit, für sich selbst zu denken. Nach seinem Schulabschluss ging er zur Armee – einer seiner Kindheitsträume – und lebte im Süden. Er hielt starke Bindungen zu seiner Familie und Freunden in mehreren Bundesstaaten aufrecht. Er fuhr sogar durch das ganze Land zum Geburtstag seiner Mutter! Innerhalb von zwei Monaten war alles anders. Wo es zuvor noch hieß ‘Ich werde für euch beten’, hieß es plötzlich ‘Ich habe keinen Glauben’ und er trennte sich rigoros von Familie und Freunden. Sogar von seinen drei Geschwistern. Viele von uns haben versucht. herauszufinden was in Sams Leben vor sich ging. Das einzige, das er erwähnte, waren die Lehren von Stefan Molyneux, von (dessen Frau) Christina Pa-padopoulos und der Blog-Anhänger bei FreeDomainRadio. Innerhalb von Monaten verabschiedete er sich mit wüten-den Worten für immer von uns. Sein Brief war voll mit verrücktem Jargon und Phrasen.”

Völlig allein beging Sam Selbstmord.

Molyneuxs Frau Christina Papadopoulos, eine Therapeutin, wurde vom College of Psychologists of Ontario offiziell gerügt für Fehlverhalten in mehreren Fällen, in denen sie in der Radiosendung ihres Mannes Ratschläge an verwundbare Menschen gegeben hatte, die eigenen Familien zu verstoßen. Mehrere betroffene Eltern aus Großbritannien und den USA wandten sich an die kanadische Zei-tung Globe and Mail. Das College of Psychologists of Ontario begann seine Ermittlungen erst, nachdem formelle Beschwerden von Eltern eingegangen waren. In einem der vielen Podcasts sprachen Christina und Stefan mit einem Anrufer, dessen Mutter verzweifelt E-Mails mit der Bitte um Kontakt sandte. Christina sagte zu dem Anrufer:

“Sie versucht nur, dich zu manipulieren. Sie spielt auf deine Schuldgefühle an. Das Beste, das du tun kannst, ist nicht darauf einzugehen. Sobald du antwortest, weiß sie, dass sie dich hat.”

In ihrem Beruf als Clinical Director beim Mississauga’s Meadowvale Psychological Services traute sie sich interessanterweise nicht, ihren Therapiepatienten nahezulegen, sich von den Eltern zu trennen. Der 1966 geborene Kanadier Stefan Molyneux hatte nach eigenen Angaben eine furchtbare Kindheit auf Grund furchtbarer Eltern. Auch die Zeit danach war anscheinend grässlich:

“Ich musste viele Dinge hinter mich bringen. Ich meine, sieh her, ich habe 20 beschissene Jahre lang versucht, dass Sachen von mir veröffentlicht werden, niemand interessierte sich für mich in der Hochschule, mein Unternehmen wurde mir entrissen und unter Wert verkauft, ich hatte viel Verbitterung, viele Vertrauensbrüche in der Familie, Gewalt und so weiter. Ich hatte viel Verbitterung.”

Die führenden Kult- und Sektenexperten wie Ian Haworth vom britischen Cult Information Centre, Rick Ross sowie die anerkannte International Cultic Studies Association (I.C.S.A.) haben alle längst begonnen, Molyneux und seine FreeDomain-Community zu be-obachten. Das I.C.S.A. schrieb:

Rob Griesbach aus Virginia, der FDR [FreeDomain Radio] mit 16 Jahren kontaktierte, sagt: “Ich benutzte FDR als eine Flucht vor der Realität.” Ein ehemaliges Mitglied aus Arizona sagt: “Er [Molyneux] versucht immer, Missstände und Gründe dafür herauszupicken, um wütend zu sein. Was auch immer für ein Problem man hat, er führt es auf deine Eltern zurück.” Der Vater einer weiteren Person berichtete, dass “Mitgliedern eingetrichtert wurde, jede Kritik an [FDR] durch Eltern als einen persönlichen Angriff auf das Kind zu bewerten, was jene noch weiter davontreibt.” Eine Tochter, die die Princeton-Universität verlassen hatte, antwortete einfach nicht mehr auf Telefonanrufe und Emails, sagt ihr Vater. “Wir wussten nicht, ob sie krank oder tot war.” Nach zwei Jahren Ehe beendete Molyneuxs Frau, die auch seine Mitstreiterin ist, den Kontakt zu ihren Eltern. Molyneux, der sich auch von seinen Eltern abgewandt hatte, entwickelte und kodifizierte eine Philosophie und Psychologie, um diese Herangehensweise zu stützen.

Die Zeitung London Guardian zitierte Molyneux mit den Worten:

“Tief in mir drin glaube ich nicht, dass es tatsächlich irgendwelche guten Eltern da draußen gibt. Genauso wenig wie ich glaube, dass es tatsächlich irgendwelche guten Ärzte im 10. Jahrhundert gab.”

Mit all den Youtube-Videos und Podcasts über Politik und Liberalismus weckt man Interesse und lockt Leute in die Chaträume. Nach der überschwänglichen Kennenlernphase wird den neuen Rekruten nahegelegt, doch das kostenlose E-Book “On Truth – The Tyranny of Illusion” zu lesen. Darin heißt es, wer seinen Eltern oder anderen Figuren traut, der sei praktisch in einer Sekte.

Dann gibt es noch spezielle Podcasts zu hören mit Titeln wie “Aber meine Eltern waren doch nett” oder FDR-Podcast # 348: „Deiner Familie Schritt für Schritt entkommen – Teil 2“. Darin heißt es:

“Bitte schickt mir eine Spende. Das macht es einfacher für dich, deine Familie zu konfrontieren, wenn du mit einer hohen Integrität in deinem Leben handelst.”

Dann hört der Neuling die sonntägliche Sendung von Stefan, in die zahlreiche Leute anrufen, um über alles Mögliche zu reden. Unwei-gerlich steuert die Unterhaltung auf die “verkommenen” Eltern des Anrufers zu. Ein Anrufer klagte:

“Manchmal schrie mein Vater unsere Katze Fluffy an, wenn er wütend war.”

Worauf er die Antwort bekam:

“Es tut mir so leid, dass du das erleben musstest. Was für ein Monster, direkt aus der Hölle. Deine Kindheit muss verheerend gewesen sein. Sag mir: Hat er jemals die Katze in der Öffentlichkeit angeschrien?”

Anrufer:

“Ähm, nein.”

Molyneux:

“Ich wusste es! Das beweist, dass er nicht verrückt ist. Er ist ein hasserfüllter, satanischer Dämon, der diese unaussprech-lichen Dinge absichtlich tut. Ich fordere dich nicht dazu auf, dich von deiner Familie zu trennen, aber du wärst ein Ver-lierer, wenn du es nicht tätest.”

In Molyneuxs Worten:

“Wenn du den größten Dienst für politische Freiheit leisten willst, musst du nur all deine unbefriedigenden Beziehungen beenden. Egal ob Eltern, Geschwister, oder Ehepartner.”
“Durchschnittliche Eltern können genauso wenig Moral neu erfinden, wie sie ein Space Shuttle in ihrem Garten bauen können. Trotzdem schaffen sie es, dass ihre Kinder ihnen gehorchen. Wie schaffen sie das? Oh, mit den üblichen Methoden: Schuldgefühle, Scham, emotionale Abschottung, Kritik, Bestechung, Zwang, Manipulation – der übliche Mist, der in der Geschichte als Erziehung durchging.“
„Sieh der Wahrheit ins Auge: Deine Eltern waren Tyrannen. [...] Man will dir erzählen, dass du deine Beziehung zu dei-nen Eltern reparieren sollst, aber das ist unmöglich, eine völlige Zeitverschwendung, die dich außerdem verrückt machen wird. Da sie dir wehtaten als du jung warst, kannst du diese Beziehung nicht reparieren.”

Was sind die typischen Sünden der verkommenen Eltern?

“Sie haben dich in die Kirche mitgenommen.”
“Dein Vater hat dich dominiert.”
“Sie haben dich missbraucht, indem sie dich zwangen, dich in der Öffentlichkeit zu benehmen.”

Besteht ein Anrufer hartnäckig darauf, dass er eine wirklich schöne Kindheit hatte, wird Molyneux zunehmend frustriert und lässt Din-ger vom Stapel wie:

“Du warst denen so egal, dass die sich nicht einmal die Mühe machten, dich zu schlagen.”

Um nicht völlig unseriös zu wirken, wird auch manchmal empfohlen, Therapien zu versuchen bei Beziehungen. Den Anrufern sagt Stefan aber wieder:

“Warum sich die Mühe machen, wenn die eh nicht darauf eingehen?”

Die Hoffnung ist, dass Eltern auf den überplötzlichen, konfrontativen Vorschlag einer Therapie mit dem Gegenvorschlag reagieren, doch erst einmal darüber zu reden. Schon hat man die scheinbare Bestätigung: Sie wollen nicht! Molyneux hatte Recht! Besonders verheerend ist es, wenn der Bruch mit den Eltern plötz-lich und ohne Warnung stattfindet. Den Eltern wird so keine Gele-genheit gegeben, sich zu rechtfertigen und die Sache auszusprechen. Umziehen. Telefonnummer wechseln. Kontaktsperre. Gerade in der Phase des Erwachsenwerdens und des Übergangs in ein selbstständiges Leben ist solcher Rat besonders destruktiv.

Indoktrination und Fanatismus

Molyneux predigte neben der Abschottung von Eltern auch die Abschottung von allen anderen Ungläubigen. Nehmen wir folgendes Video als Beispiel: “How to deal with a statist”. Sofort zu Beginn wiederholt er seine Anweisung an seine Anhänger, Freundschaften und Bekanntschaften zu kappen mit Leuten, die sich nicht zur Molyneux’schen Lehre bekennen lassen. Diese seelisch grausame Sektiererei sei keine emotionale Erpressung. Wer seine Methoden kennt, weiß dass sich diese Anweisung auch auf Geschwister, Eltern und engste Freunde bezieht. Darüberhinaus soll man den Kontakt urplötzlich, ohne Vorwarnung und ohne Rechtfertigungsmöglichkeit abbrechen und seine Telefonnummer wechseln. Sein Trennungsgebot ist von vorneherein Schwachsinn. Jemand Vernünftigen vergraulen, auch noch jemanden der eine familiäre Bindung zu einem selbst hat, jemand der vielleicht konservativer denkt oder sozialistischer, ist ein Rezept für Desaster. Für Molyneux ist jeder, der nicht zu der winzigen, politisch impotenten Anarchokapitalisten-Sekte zählt, atomatisch ein finsterer Staatsjünger, der

“DEIN LEBEN KONTROLLIEREN WILL, DICH INS GEFÄNGNIS WERFEN LASSEN WILL, NUR WEIL DU EINE ANDERE MEINUNG VERTRITTST ALS ER.”

Sein Beispiel ist der “Krieg gegen die Drogen” in den USA. Stellen sie sich einen Molyneux-Anhänger vor, der zum Beispiel einen Freund belabert, dass jeder doch das Recht hätte, verantwortungsvoll jede Droge zu konsumieren die er will und man deshalb diesen Krieg gegen die Drogen und überhaupt jede staatliche Einschränkung beenden müsse. Jeder, der nicht von Molyneuxs Lehre überzeugt ist, ist angeblich ein Monster das denkt:

“ICH WILL DASS DU INS GEFÄNGNIS GEWORFEN WIRST, WENN DU DEINEM GEWISSEN FOLGST. WENN DU DAS RICHTIGE TUST. ICH WILL DAS MÄNNER IN BLAUEN KOSTÜMEN ZU DEINEM HAUS KOMMEN, DIR EINE WAFFE INS GESICHT HALTEN UND SAGEN: KOMM MIT IN UNSEREN FENSTERLOSEN WAGEN.”

Dabei schreit Molyneux fast, rudert mit den Armen und hat eine dramatische Mimik. Dieses emotionale Theater ist auf dem Niveau eines 16-jährigen Teeanagers der zum ersten Mal die Suchtwirkung einer Ideologie kennengelernt hat und seine Umwelt beklugscheißt.

Free Domain Radio

Die Community bzw. Anhängerschaft von Stefan bezeichnet sich als FDR. Der Kanal von TruShibes bei Daily Motion bietet eine ganze Reihe an interessanten Videos, die hinter die Fassade des selbsternannten Philosophenkönigs sehen.

Ehemalige Mitglieder seines inneren Zirkels berichten von einer bizarren Athmosphäre:

https://youtu.be/oETsr9TqzS0

Checkliste: Woran erkennen sie, dass sie selbst ein Molypod (anhänger von Molyneuxs FDR) sind?

  • Sie hören endlos Podcasts und Youtube-Videos von Stefan und Christina
  • Sie haben alle Bindungen zur Familie und engen Freunden abgebrochen. Es bleiben ihnen nur noch andere Molypods als Umgang
  • Sie wissen zwar, dass Stefan alle seine philosophischen Konzepte woanders hergenommen hat, gleichzeitig glauben sie ihm dass er alles selbst erfunden hätte
  • Sie betrachten jede Kritik an dem Pärchen als Verfolgung eines Helden
  • Ihnen sind alle vorherigen Punkte auf einer bestimmten Ebene bewusst, trotzdem verteidigen sie FDR

Argumentationstricks

Stefan bezeichnet sich selbst als Philosophenkönig mit überlegener Logik. Er bedient sich aber den gewöhnlichen Argumentationstricks des Anarchokapitalismus:

  • Ihre Grundprinzipien bzw. Dogmen
  • Ihr Fantasie-Luftschloss einer perfekten Gesellschaft nach ihren Vorstellungen, in der jedes Problem gelöst werden kann
  • Ihre konkreten Handlungsideen, mit denen sie ihrem Ziel der Privatrechtsgesellschaft näher kommen möchten

In einer Debatte springen die Anarchisten wild zwischen diesen drei unterschiedlichen Kategorien hin- und her, in der Hoffnung, dass niemand bemerkt, dass sie zirkuläre Logik benutzen und einen Haufen tödlicher Denkfehler begehen. Die erste Kategorie, also die Dogmen, sind dermaßen simpel gestrickt, dass sie scheinbar perfekt und universal wirken. Niemand dürfe zu irgendetwas gezwungen werden. Jeder soll sich frei heraussuchen dürfen, welcher Gesetzesordnung er unterworfen sein möchte. Und so weiter und so fort. Aber diese viel zu vereinfachten, starren Dogmen sind eigentlich bloß idealisierte Wunschziele und keine in der Realität brauchbaren Richtlinien. Wer die Überzeugung vertritt, dass man konkret in Deutschland beispielsweise erlauben sollte, den Leuten die Wahl zu überlassen, der Scharia zu folgen statt dem Grundgesetz, der führt uns ins Unglück. Der Anarchist beißt sich jedoch wie ein Hund fest an seinen Dogmen. Er fragt dann den Diskussionsgegner, ob jener ihn denn zu irgendetwas zwingen würde und mit welchen Mitteln. Dies soll den Diskussionsgegner aussehen lassen wie einen Kontrollfreak ohne feste moralische Werte. Immer gerne benutzt der Anarchist auch den Vorwurf, der Diskussionsgegner argumentiere wie ein Sozialist oder Kommunist. Dies ist ein zutiefst unehrlicher und unbegründeter Vorwurf, denn die Welt ist nicht so schwarz-weiß und primitiv wie die Dogmen der Anarchisten. Ironischerweise argumentieren die Anarchisten auf diese Weise ähnlich wie Kommunisten, denn die Kommunisten benutzen auch primitive Dogmen, beanspruchen die Moral alleinig für sich selbst und kanzeln ihre Diskussionsgegner als unmoralisch ab.

Wenn man in einer Debatte mit Anarchisten also die anarchistischen Dogmen ablehnt und mit Argumenten widerlegt, dann springt der Anarchist blitzschnell zu Kategorie 2, dem perfekten Fantasie-Luftschloss. Das Problem an dieser Pseudo-Argumentation ist, dass man nicht wirklich mit einem nicht-existierenden Fantasie-Luftschloss argumentieren kann. Das ist einfach unehrlich. Es ist nichts anderes als der unlautere Versuch, die eigene Ideologie gegen Kritik abzuschirmen. Jeder kann diesen billigen Trick anwenden. Auch Islamisten machen das oder Kommunisten oder Scientologen. Sie sprechen davon, wie in der vollendeten Scharia-Gesellschaft alles wunderbar harmonisch funktionieren würde, oder wie im vollendeten Kommunismus alle zufrieden wären oder wie in der scientologischen Gesellschaft alle Probleme gelöst wären. Es existiert in der Realität kein einziges dieses Luftschlösser und hat auch noch nie existiert. In einer Debatte müsste man praktisch jedwede Argumentation, die sich auf ein Luftschloss beruft, als ungültig verwerfen. Die libertären Anarchisten wären somit ihrer wichtigsten Waffe beraubt und müssten kleinlaut zugeben, dass sie keine einzige Debatte gewinnen können.

Wenn man darauf hinweist, dass das Luftschloss halt nicht existiert, dann springt der Anarchist wieder zur Kategorie 1, seinen scheinbar perfekten und universalen Dogmen.

Immer wieder muss der Anarchist natürlich erklären, mit welchen Mitteln und Wegen und Werkzeugen er denn gedenkt, seinem Ziel einer Privatrechtsgesellschaft näherzukommen. Damit wären wir bei Kategorie 3, den konkreten Handlungsideen in der wirklichen Welt. Diese Kategorie meiden Anarchisten gerne in der Debatte, denn hier trifft ihr überheblicher ideologischer Nonsens auf die knallharte Realität. Der Anarchist lehnt jedwede oder fast jedwede politische Beteiligung und jede staatliche Macht ab. Damit unterscheidet er sich grundlegend von praktisch jedem anderen Fanatismus. Jeder andere Fanatismus strebt nach staatlicher Macht und ergreift diese auch. Die Anarchisten jedoch predigen absolute politische Enthaltsamkeit und ein apolitisches Mönchtum. Deshalb erlangen die Anarchisten auch niemals Macht, ganz im Gegensatz zu den anderen Arten von Fanatikern. Libertäre Anarchisten wollen lieber den Staat durch Propaganda und durch Indoktrination von Kindern zersetzen und schwächen. Dann wollen Anarchisten noch vielleicht Steuern hinterziehen, träumen von Streiks, und sie versuchen es mit ultralibertären Kommunen, in der Hoffnung, dass irgendwann unzählige autonome Kommunen den Staat ersetzen. Dies sind aber allesamt hoffnungslos schwache und zahnlose Methoden. Wenn man die Anarchisten auf die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens hinweist, wechseln sie beleidigt zu Kategorie 1 ihres argumentativen Werkzeugkastens zurück und erklären inbrünstig, dass sie nie und nimmer ihre heiligen Dogmen aufgeben würden. Es ist ihnen egal, wenn es tausend Jahre dauern würde, bis sie mit ihren Methoden ihr Ziel erreichen. Die Anarchisten würden aber selbst in einer Million Jahre ihre Ziele nicht erreichen. Der Anarchist pocht weiter auf seine “perfekten” Dogmen und tanzt sich dann weiter von Kategorie zu Kategorie. Es ist ein Tanz im Kreis. Der Anarchist ist in seinem eigenen geistigen Gefängnis eingesperrt und kommt nicht mehr heraus. Er fühlt sich aber “frei” und beansprucht, der einzige Hüter der Freiheit zu sein.