Wladimir Putin

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Wladimir Wladimirowitsch Putin ist ein russischer Politiker und dient gegenwärtig in seiner vierten Amtsperiode als Staatsoberhaupt.

Personenkult und Wirklichkeit

Der Putin aus dem Fernsehen ist ein hartgesottener, ultra-gebildeter, besonnener und deutschfreundlicher Führer und Visionär, ein Tau-sendsassa der alles kann und dem die Frauen zu Füßen liegen. Er arbeitet Tag und Nacht daran, einen dritten Weltkrieg zu verhindern und die Macht der angloamerikanischen und zionistischen Kreise zu brechen. Der echte Putin hat mit dem Fernseher-Putin praktisch nichts gemeinsam, denn der Fernseher-Putin ist nur eine narzisstische Fantasiefi-gur, wie sie der echte Putin gerne wäre, aber nie sein wird. Der echte Putin ist ein kleingewachsener, kahlköpfiger Bürokrat, der hauptsächlich die Kunst der Intrige gemeistert hat. Nie hat er im Krieg gekämpft oder gefährliche Geheimdienstmissionen im Feindesland durchgeführt. Wie unzählige westliche Politiker auch, ist er absolut nichts Besonderes. Es ist erstaunlich, wie die simpelsten Techniken des Personenkultes immer noch funktionieren und trotz einer gewissen Skepsis ihre Wirkung nicht verfehlen. Putin kann tauchen? Das können Kinder genauso, die einen einfachen Tauchkurs belegt haben. Wer glaubt, dass Putin ein ganz besonderer Taucher ist, weil er im Fernsehen irgendwelche Vasen geborgen hat, der irrt. Putin kann Judo? Das können Kinder auch. Jagen? Können Kinder auch. Pferde reiten mit nacktem Oberkörper? Können Kinder auch. Es gibt schlicht keinen überzeugenden Beweis dafür, dass er in irgendeiner Weise überdurchschnittlich robust und männlich ist. Er war sein Leben lang ein trockener Bürokrat, wie fast alle Politiker weltweit. Berichten zufolge soll er extrem viel Zeit verbringen mit Schwimmen und Massagen. Wenn wichtige Besucher husten oder niesen, werden die Treffen abgesagt. Bisher haben sich noch keine Vermutungen über Krebserkrankungen oder Rückenverletzungen wirklich erhärten können, aber bei einem Mann in seinem Alter, der im Elend aufgewachsen war, von sowjetischen Impfstoffen und anderer sowjetischer Medizin abhängig war und der während dem Großteil seiner Karriere die oft mäßige Nahrung der DDR essen musste, sind gewisse Probleme und eine gründliche Vertuschung ebenjener Probleme zu erwarten. Auf etwas älteren Fotos hat er noch deutlich sichtbare Tränensä-cke und starke Falten. Inzwischen ist all das verschwunden, wohl mit Hilfe von Botox und anderen Eingriffen. Seine Bodyguards dürfen nicht größer sein als er, um Bildaufnahmen zu verhindern, die seine maximal 170 Zentimeter Körpergröße deutlich machen würden.

Privatleben

Selbstverständlich begeistert er mit Hilfe des Medienapparats und mit Hilfe seiner Reichtümer die Frauenwelt, aber in seinen persönlichen Beziehungen scheint er zu versagen. Die Ehe mit Ludmilla war ein Fehlschlag, er war von Anfang an seltsam im Umgang mit anderen Menschen und über weitere Frauengeschichten wird in den Medien fast völlig geschwiegen.1 Zwar gibt es Gerüchte über Beziehungen mit attraktiven Sportlerinnen, allerdings schleppen auch gewöhnliche Promis reihenweise Trophäen-Frauen an und zeigen diese in der Öffentlichkeit, während bei Putin rein gar nichts bestätigt werden kann. Russland preist sich selbst in der Propaganda als Bastion christlich-konservativer Werte, aber der Präsident ist geschieden und die Kinder gelten als eine Art Staatsgeheimnis.2 In den USA macht man aus den Obamas und den Angehörigen von Donald Trump ein riesiges Medienspektakel und doch gelingt es dem Secret Service, alle Beteiligten abzusichern. In Russland sehen wir das gegenüberliegende Extrem. Gerüchte aus Geheimdienstkreisen existieren nach wie vor über eine mutmaßliche Homosexualität und sogar Pädophilie Putins, aber diese Gerüchte sind genauso wenig zu beweisen wie die Behauptungen über eine stramme Heterosexualität.3 Im Endeffekt ist der Macho-Cowboy-Status nichts als eine hohle Fassade und das Privat-leben des echten Putin ist ein großes Fragezeichen. Er kann es sich leisten, den absonderlichsten Vorlieben zu frönen und er kann es sich auch leisten, einsam zu sein.

Qualifikationen

Seine Konkurrenten um das Präsidentenamt waren ihm haushoch überlegen, konnten Jahre im diplomatischen Dienst auf dem internationalen Parkett und Mitgliedschaften in höchsten sowjetischen Ebenen vorweisen. Abgesehen von einem sehr kurzen Gastspiel im Chefsessel des Inlandsgeheimdienstes FSB, das hauptsächlich zugunsten seiner politischen Karriere seinen dünnen Lebenslauf aufbessern sollte, ist Putins Karriere als Geheimdienstler überhaupt nichts Besonderes gewesen. Er kehrte 1990 zunächst zurück nach Leningrad und wurde an der dortigen Hochschule zum Assistenten des Rektors für internationale Fragen. Dies ist nicht einmal ansatzweise gleichbedeutend mit einer richtigen Ausbildung und mit solider Erfahrung in Diplomatie. Nach der Wende konnte man sich in Russland Karrieren und Posten kaufen bzw. sie sich durch Beziehungen zuschanzen lassen. Ein Jahr später wurde Putin zum Gehilfen von Anatoli Sobtschak und „verteilte Exportlizenzen“, was praktisch bedeutete, dass Volksvermögen ins Ausland verramscht wurden und krumme Insider sich dabei die Taschen vollstopften. Auch dies entsprach keiner echten Ausbildung in Politik und Wirtschaft. Im August 1996 wurde Putin zum stellvertretenden Leiter der Kreml-Liegenschaftsverwaltung, was wieder einmal die Verteilung von Vermögen an treue Ex-Sowjets bedeutete. Wie eine gesunde Wirtschaft funktioniert und wie ein Betrieb solide Profite generiert, das wusste er immer noch nicht. Sein Lehrmeister für die Welt der Politik war ausgerechnet Boris Jelzin, eine krumme Übergangsfigur in der Umbauphase des kommunistischen Russlands in eine Oligarchie mit nationalkonservativem Anstrich. Putin tat wie ihm geheißen, und so durfte er im Mai 1998 stellvertretender Chef der Präsidialverwaltung werden. Ein Jahr zuvor ließ sich Putin mal eben schnell von einer St. Petersburger Hoch-schule zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften erklären. Der amerikanische Ökonom Clifford Gaddy und andere halten die Dok-torarbeit für ein dreistes Plagiat, zusammengestückelt aus fremden Texten.4 Nichts deutet darauf hin, dass er Wirtschaft begreift, und egal wie sehr er ausländischen Mächten die Schuld zuschiebt, er trägt Mitverantwortung für den Untergang der russischen Wirtschaft. Als Geheimdienstler brachte er es bis zur Wende zum Rang eines Majors, war beileibe kein Meisterspion, wurde Ende der 90er Jahre jedoch aus verschiedenen Gründen für wenige Monate zum Direktor des Inlandsgeheimdienstes. Diese geringe Zeitspanne bot höchstens die Möglichkeit, sich zu inszenieren und Peinliches aus seiner eigenen Akte in den Archiven zu beseitigen, aber nicht mehr. Putin konnte sich dadurch etwas in den Lebenslauf schreiben, dass beeindruckend klang, und seine peinliche Vergangenheit vertuschen, die Sache war aber genauso eine Farce wie sein Doktortitel. Eigentlich wollte der wesentlich qualifiziertere Jewgeni Primakow, der erhebliche Erfah-rung als Diplomat, Geheimdienstchef, Außenminister und Minister-präsident besaß, den ausgebrannten Präsidenten Jelzin beerben, aber Jelzin wollte lieber jemanden als Nachfolger, der nicht so dominant und erfahren war. Putin wirkte auf das Ausland zudem frischer und weniger vorbelastet als das sowjetische Urgestein Primakow.

Gestörtes Verhältnis zu den Deutschen und seine Psyche

Seine Beziehung zu Deutschland und den Deutschen war immer eindeutig negativ, und dieses Prob-lem existiert seit seiner Kindheit. Die fast 900 Tage dauernde Belagerung Leningrads durch die deutsche Wehrmacht war eine der verlustreichsten und brutalsten Belagerungen die es jemals in der Geschichte gegeben hat. Es wird geschätzt, dass über eine Million Zivilisten in der Stadt verhungerten oder an anderen Folgen verstarben. Die deutsche Luftwaffe beschoss gezielt die Badajew-Lagerhäuser, wo ein Großteil der Lebensmittelvorräte Leningrads aufbewahrt wurde. Reinhard Heydrich beschwerte sich 1941 bei Heinrich Himmler:

„Meines Erachtens muß in solchen Fällen massenhaft mit Brand- und Sprengbomben gearbeitet werden. Ich bitte da-her gehorsamst, anregen zu dürfen, den Führer nochmals darauf hinzuweisen, daß, wenn nicht absolut eindeutige und strikte Befehle an die Wehrmacht gegeben werden, die bei-den Städte kaum ausgelöscht werden können.“

Die Kriegsverbrechen der deutschen Streitkräfte sind nicht zu entschuldigen; dennoch darf man dabei nicht vergessen, dass erst zwischen 1914 und 1918 ein wilder Krieg zwischen Russen und Deutschen tobte und Soldaten beider Seiten auf Rache aus waren. Wo waren seinerzeit Wladimir Putins Eltern, Maria und Wladimir Senior? Wladimir Senior hatte als Soldat nur knapp den Kampf gegen die Deutschen mit zwei verkrüppeltem Beinen und chronischen Schmerzen überlebt. Maria hatte am Ende der Belagerung Leningrads kaum noch die Kraft, um zu laufen; der gemeinsame Sohn war in einem Kinderheim verhungert. Es heißt, Wladimir Wladimirowitsch Putin sei 1952 diesen beiden Eltern geboren worden, wobei die letztendliche Bestätigung fehlt und er genauso gut adoptiert worden sein könnte.5 Wie muss es wohl gewesen sein, in dieser Familie und dem zerstörten, traumatisierten Leningrad aufzuwachsen? Welche Gefühle gab es wohl in dem Putin-Haushalt gegenüber den Deut-schen? In einem Artikel für die Publikation Russky Pioner erzählt Putin, dass sein Vater Mitglied der kommunistischen Partei geworden war und einer Sabotageeinheit der Geheimpolizei NKWD zugeteilt wurde.6 Angeblich harrte er stundenlang unter Wasser aus und atme-te durch einen Strohhalm, weil die Deutschen seine Einheit fast komplett ausgelöscht hatten. Ein Verräter sei schuld gewesen an diesem Fiasko und es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Putin Sr. ein Verräter war.7 Der erste Sohn starb an Unterernährung und Diphterie, wobei erst Jahre später überhaupt in Erfahrung gebracht werden konnte, wo er begraben lag. Die Mutter soll schon zusammen mit Toten abtransportiert und im letzten Moment vom Vater ent-deckt und in die Wohnung zurückgebracht worden sein. Fast alle Brüder von Wladimir Sr. seien im Krieg gestorben. Anstatt auf die offensichtlichen Traumatisierungen und die immensen psychischen Verwundungen einzugehen, schreibt der russische Präsident, dass man keinen besonderen Hass gegenüber den Deutschen verspürt hätte. Mit diesem offensichtlichen Unsinn will er als Staatschef vermeiden, deutsche Sympathien zu verspielen, außerdem ist es typisch-narzisstische Großspurigkeit. Er steht mal wieder über den Dingen, wie ein Superman, nichts bringt ihn aus der Bahn. Auch wenn er selbst nicht den Krieg erlebt hat, so muss der Horror deutliche Folgen für seine Eltern gehabt haben. Unter solchen Bedingungen stirbt Emotionalität ab und es wird praktisch unmöglich, mit dem Kind eine normale emotionale Bindung zu haben. Der junge Wladimir zeigte von Anfang an problematische Persönlichkeitszüge wie extreme Reizbarkeit und Gewaltausbrüche. Zwischenmenschlich war er unbeholfen und starr, seine Frau soll er später in seiner Dresdner Zeit regelmäßig geschlagen haben. Er wurde fett, frustriert und litt an Depressionen. Als Präsident zelebrierte er später eine pathologische, narzisstische Selbstdarstellung, während die Grausamkeit der Kriege unter seinem Kommando sowie die Zerstörung von Rivalen antisoziale Züge verraten. Er gilt als besessen von Kontrolle und als ausgesprochen paranoid und lässt Widerspruch in den Medien, in der Bevölkerung und in den höheren Machtebenen rigoros bekämpfen. Auch alte Weggefährten und Vertraute spüren seinen Hass. All das erinnert frappierend an Stalin, der sich als in höchstem Maße verhee-rend erwies für das russische Volk und für Menschen aus anderen Nationen. Es mag sein, dass für Putin heute eine Rache an den Deut-schen nicht das Hauptmotiv ist bei der Absicht, Deutschland zu erobern, aber das macht ihn nicht weniger gefährlich, denn er verfügt über mehrere andere Motive, wie die Sucht nach Geltung und Kon-trolle. Er würde gerne schaffen, was kein Zar vor ihm geschafft hat, nämlich die Einverleibung von Deutschland und ganz Westeuropa. Was Geld und Einfluss anbetrifft, ist er längst ein Zar und seine engs-ten Vertrauten sind die Fürsten. Sie leben in Palästen, fliegen in luxu-riösen Privatflugzeugen und tragen Armbanduhren, die bis zu einer halben Million Dollar kosten.8 Beim geeigneten Zeitpunkt wird man sich wahrscheinlich mit dem Segen der russisch-orthodoxen Kirche die offiziellen Titel verleihen. Schließlich gibt es ja in Europa auch immer noch Königshäuser. Putin genoss nach dem zweiten Weltkrieg bestimmte Privilegien, wie etwa eine Armbanduhr und später ein Auto. Nichtsdestotrotz war die Wohnsituation armselig und überall blieben die Folgen der deutschen Belagerung sichtbar. Inmitten der alkoholisierten Schläger in der Nachbarschaft eignete sich der junge Wladimir Putin seine Friss-oder-Stirb-Mentalität an, die sein ganzes restliches Leben kennzeichnete.

Welche Rachegelüste gab es im Putin-Haushalt? Wie stand man zu den Deutschen? Man kann es sich vorstellen. Die rote Armee walzte gegen Ende des Krieges über ein Land nach dem anderen hinweg und besetzte große Teile Deutsch-lands, vertrieb Millionen Menschen, übte Rache und besetzte Grund und Boden für die nächsten Jahrzehnte. Glauben Sie, der Putin-Haushalt hat den Deutschen Tränen nachgeweint, oder glauben Sie, man hat die Triumphmeldungen gefeiert? Der Geschichtsunterricht des jungen Wladimir war streng antideutsch, das kulturelle Gedenken war antideutsch und sogar die Kindersendungen im Fernsehen und die Unterhaltungsromane waren antideutsch. „Schild und Schwert“ wurde zum Bestseller-Buch und zeigte als Helden einen sowjetischen Superagenten, der auf Mission in Deutschland war. Später wurde das Ganze auch noch verfilmt zu einem Klassiker des antideutschen Kinos und ein zusätzlicher Einfluss auf die Karrierevorstellungen des jungen Wladimir Putin. Man findet das Werk auf Youtube in russischer Originalversion und man erkennt eine sehr aufwändige, dramatische Produktion mit allen klassischen Merkmalen der staatlich ver-ordneten Stilrichtung „sozialistischer Realismus“.9 Restlos alle Kunst musste Propaganda für das Regime sein und sich zu diesem Zweck natürlich so weit wie notwendig von der Realität entfernen. Der sowjetische Aufklärer Alexander Below reist in „Schild und Schwert“ 1940 mit der Tarnidentität Johann Weiss in das Deutsche Reich ein. Mit seinem deutschen Freund Heinrich Schwarzkopf steigt er in der Wehrmacht auf und dringt als Meisterspion bis 1944 in die Führungszirkel der Abwehr ein. Die Deutschen im Film sind Schweine und Irre, der Held eine Lichtgestalt. In der vierten Klasse entschied sich Wladimir Putin für das Wahlfach Deutsch. Zu diesem Zeitpunkt war der kalte Krieg im vollen Gange und die Bundesrepublik war zwar ein wichtiges Ziel, aber längst nicht oberste Priorität. Putin hätte Englisch lernen können, um später als KGB-Agent auf Mission nach Großbritannien oder gar Amerika geschickt zu werden, aber er entschied sich bewusst für Deutsch. Wohl kaum aus Sympathien für Deutschland.

Es gelang ihm trotz mittelmäßiger Noten einen Platz an der Leningrader Universität zu gelangen, wohl auf Grund seiner Gesinnung und den Kontakten seines Vaters. Man konnte nämlich nicht direkt beim KGB eine Ausbildung anfangen, sondern musste zunächst ein Studium absolvieren und darauf warten, geprüft und konspirativ rekrutiert zu werden. Putin erzählte seinem Biografen, dass vier Jahre lang niemand vom KGB auf ihn zukam, was vielleicht gelogen ist, oder der Tatsache geschuldet war, dass er als bekannter und leicht reizbarer Schläger kein allzu interessanter Kandidat für den Geheimdienst darstellte. Agenten, die im Ausland eingesetzt werden, müssen sich nämlich bis zum Äußersten beherrschen können und unter widrigsten Umständen ihre Tarnung aufrechterhalten. Wenn Putin den Wunsch hatte, wie in „Schild und Schwert“ in Deutschland als Spion zu arbeiten, dann hätte er bei dieser Tätigkeit überzeugend einen Deutschen oder zumindest einen Deutschenfreund spielen müssen. Außerdem würde der KGB niemals einen Agenten nach Westdeutschland schicken, der Sympathien für Deutsche hegte. Putin handelte jedoch vom ersten Moment an fahrlässig und unprofessio-nell, da er beispielsweise gegenüber einem Musiker bei der ersten Begegnung mit seiner Agententätigkeit beim KGB prahlte. Er war auch ungelenk und starr im Umgang mit Frauen, was seine Verwen-dungsfähigkeit stark einschränkte. Ein sowjetischer Überläufer aus Russland behauptete, Putin hätte eine Weile lang im fünften Direkto-rat gearbeitet und somit Dissidenten im eigenen Land bekämpft. Später schob er Dienst in der Gegenspionageabteilung von Lenin-grad, was bedeutete, dass man Ausschau hielt nach feindlichen Spit-zeln von denen es in Leningrad praktisch keine gab. Dieser Provinz-Mief war meilenweit entfernt von den glorreichen Missionen hinter feindlichen deutschen Linien aus dem Film „Schild und Schwert“. Es ist ungefähr so, als würde man sich bewerben für die Spezialeinheiten des Militärs in der Erwartung, im Stil von Rambo filmreife Missionen zu erfüllen, man aber letztendlich nur als normaler Unteroffizier in der Einöde landet und Munitionskisten schleppt. Der KGB hatte damals aus schierer Paranoia viel zu viel Personal angeheuert und ganze Horden an Agenten langweilten sich und verdienten weder viel Geld noch viele Lorbeeren. Nach Jahren des Darbens durfte Putin eine zusätzliche Ausbildung und Evaluierung in Moskau durchlaufen, bei der er allerdings von seinen Ausbildern gravierende Mängel be-scheinigt bekam, darunter ein niedriges Bewusstsein für Gefahren und mangelnde Kommunikationsfähigkeit. Er wurde nicht für einen action-geladenen Auslandseinsatz in Westdeutschland abkomman-diert, sondern er durfte nur nach Dresden, um dort in einem Ge-bäudekomplex Aktenberge hin und herzuschieben. Stellten sich in dieser Zeit irgendwelche Sympathien für die Deutschen ein? Ein Verzeihen für die alten Wunden des Zweiten Weltkriegs und die Belagerung Leningrads? Nichts deutet darauf hin. Stattdessen soff er Bier, nahm Gewicht zu, wurde anscheinend depressiv und stritt sich mit seiner Frau. Erst seit wenigen Jahren befindet sich Putin in der lang begehrten Position, Deutschland erobern zu können. Die Ge-schichte ist voller Diktatoren, die keine besonderen Fähigkeiten hatten und zwischenmenschlich nicht viel hinbekamen. Regel Num-mer eins aus dem Handbuch für Despoten lautet: Verhalte dich wie ein König, dann wirst du wie einer behandelt. Die Leute folgen nur vermeintlichen Übermenschen. Entweder man ist ein (Schein-) Gott oder ein Nichts.

Anschläge auf Wohnblocks Ende der 90er Jahre

Die Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser in Russland waren eine Serie von Bombenanschlägen im Jahr 1999 in Russland, bei denen über 300 Menschen ums Leben kamen. Die Terroranschläge versetzten ganz Moskau und Russland in Angst und Schrecken. Gemäß der offiziellen russischen Ermittlungsergebnisse waren die Täter tschetschenische Separatisten. Dies wurde inner- und außerhalb Russlands von einigen Regierungskritikern angezweifelt, da einige Indizien auf eine Verstrickung des russischen Geheimdiensts FSB deuteten. Der Versuch einer unabhängigen parlamentarischen Untersuchung wurde von der russischen Regierung blockiert und verlief ergebnislos. Die Anschläge machten Putin zu einem Polit-Superstar, lieferten den Vorwand für den zweiten Tschetschenienkrieg, welcher die unabhängige Republik beendete und war der Anlass, den letzten Rest Freiheit in Russland zu beenden. Putin war zunächst eine wackelige Figur, die von Boris Jelzin als Nachfolger auserkoren wurde und dessen Rivalen ihn schnellstmöglich wieder loswerden wollten. Niemand erwartete, dass der in der Bevölkerung unbekannte Putin sich lange halten würde. Putin bekam mit den Anschlägen auf Wohnhäuser in Russland 1999 gewaltigen Auftrieb, um seine Konkurrenten loswzuwerden, mit einem Krieg gegen Tschetschenien die Ex-Sowjet-Region wieder einzufangen, eine hohe Beliebtheit zu erlangen und im Inland einen diktatorischen Kurs zu fahren. Nach dem ersten erfolglosen Tschetschenienkrieg erkannte Russland zwar immer noch nicht formell die Unabhängigkeit der Region an, akzeptierte aber die dortige Regierung als Verhandlungspartner. Es machte aus Sicht der tschetschenischen Führer keinen strategischen Sinn, die Anschläge 1999 auf Wohnblocks im russischen Moskau zu verüben. Es ist möglich dass der Terrorfürst Schamil Bassajew ein russischer Agent war.

Am Abend des 22. Septembers 1999 bemerkte ein aufmerksamer Bewohner eines Wohnhauses in Rjasan zwei Männer, die schwere Säcke aus ihrem Auto in den Keller schleppten. Die lokale Polizei wurde gerufen und die gesamten umliegenden Wohnungen wurden evakuiert. Der Inhalt der Säcke stellte sich beim ersten Test als Sprengstoff (Hexogen) heraus. Alle Straßen, die aus der Stadt führten, wurden stark überwacht, aber es gab keine weiteren Spuren. Der russische Geheimdienst (FSB) erklärte 48 Stunden später mit äußerster Dreistigkeit, dass dieser Vorfall ein Training gewesen sei und die Säcke Zucker enthalten hätten. Das Ergebnis der ersten Sprengstoffanalyse wurde widerrufen, da es wegen einer Verschmutzung des Analyseapparates durch vorangegangene Tests ungenau gewesen sei. Der öffentliche Untersuchungsausschuss konnte kein endgültiges Ergebnis zu diesem Ereignis vorlegen, da von verschiedenen Behörden der Russischen Föderation widersprüchliche Auskünfte erteilt wurden. Der Generalstaatsanwalt schloss die Untersuchung des Vorfalls in Rjasan im April 2000 ab. Die Beweise vom Vorfall in Rjasan wurden für 75 Jahre versiegelt. Bassajew und der jordanische Wahabit Ibn Kattab, der mit Osama Bin Laden verkehrt haben soll, stritten beide die Taten ab. Das russische Militär marschierte im Herbst 1999, nur wenige Tage nach den Anschlägen, in Tschetschenien ein unter dem Banner einer “Antiterrormaßnahme”. Ohne vorher zweifelsfrei die Taten aufgeklärt zu haben. Nach seinem Schulabschluss 1982 leistete Bassajew seinen Grundwehrdienst in der sowjetischen Luftwaffe. Vergeblich bemühte er sich um ein Jurastudium an der Moskauer Lomonossow-Universität. Torsten Mann schreibt in seinem Buch Weltoktober:

“SOWOHL ÜBER SCHAMIL BASSAJEW ALS AUCH ÜBER SEINEN BRUDER SCHIRWANI IST BEKANNT DASS DIESE IN DER VERGANGENHEIT BEREITS FÜR DIE SOWJETISCHE [GEHEIMDIENSTGRUPPE] GRU GEARBEITET HABEN. AUCH DER ERSTE ‘UNABHÄNGIGE’ PRÄSIDENT TSCHETSCHENIENS, DSCHOCHAR DUDAJEW, HAT EINE BERMERKENSWERTE VERGANGENHEIT ALS GENERAL DER SOWJETISCHEN LUFTWAFFE UND KOMMANDEUR EINER DIVISION NUKLEAR BEWAFFNETER LANGSTRECKENBOMBER HINTER SICH. AUCH SOLL VOR DEM BEGINN DES ZWEITEN TSCHETSCHENIENKRIEGES IM SOMMER 1999 IN FRANKREICH EIN TREFFEN ZWISCHEN SCHAMIL BASSAJEW EINERSEITS UND BORIS BERESOWSKI SOWIE JELZINS STABSCHEF ALEXANDER WOLOSCHIN ANDERERSEITS STATTGEFUNDEN HABEN, BEI DEM ABSPRACHEN FÜR EINEN NEUEN KRIEG IN TSCHETSCHENIEN GETROFFEN WORDEN SEIN SOLLEN, FÜR DEN BASSAJEW MIT RUSSISCHEN WAFFEN UND FINANZMITTELN AUSGERÜSTET WURDE. DAS BEDEUTET DASS DER NEUE KRIEG VOM KREML BEREITS LANGE ZEIT VOR DEN ANSCHLÄGEN GEPLANT WORDEN WAR, WAS SERGEI STEPASCHIN, DER DAMALIGE CHEF DES FSB, IM FRÜHJAHR 2000 AUCH TATSÄCHLICH ZUGAB.”

Der bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommene russische Genral Alexander Lebed sagte gegenüber der französischen Zeitung Le Figaro, er sei beinahe davon überzeugt, dass die russische Regierung den Terror gegen ihre eigenen Bürger organisiert habe. Ein russischer, in Tschetschenien eingesetzter Offizier der Luftlandetruppen, erklärte, dass die Tschetschenen im Vorfeld über russische Operationen Bescheid wussten. Der tschetschenische Präsident Aslan Maschadow ging davon aus, dass die Rebellen rund um Bassajew von Moskau aus gesteuert und finanziert wurden. Der tschetschnenische Mufti Kadyrow meinte, dass eingeschleuste russische Provokateure den Krieg begonnen hatten und der russische Genralstab den Konflikt auf beiden Seiten kontrolliere. Der Militärexperte Alexander Golz erklärte, der Konflikt habe den Zweck erfülllt, alte Waffen und Munition zu verbrauchen und den russischen Soldaten eine bessere Militärausbildung angedeihen zu lassen.

Quellen:

[1] http://www.theweek.co.uk/vladimir-putin/57992/vladimir-putin-the-mysterious-love-life-of-russias-president

[2] http://europe.newsweek.com/top-secret-family-life-vladimir-putin-265425?rm=eu

[3]https://www.litvinenkoinquiry.org/files/2015/04/BLK000134wb.pdf

[4] http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/russland-dr-putins-arbeit-ist-ein-plagiat-1305688.html

[5] „Der Mann ohne Gesicht - Wladimir Putin – Eine Enthüllung“ von Masha Gessen, PIPER Verlag

[6] http://rbth.com/politics/2015/05/07/vladimir_putin_reveals_familys_wwii_ordeals_in_magazine_article_45805.html

[7] http://www.kp.ru/daily/23089/5494/

[8] https://larussophobe.wordpress.com/2011/04/03/special-extra-the-nemtsov-white-paper-part-v-putin-the-thief/

[9] https://www.youtube.com/watch?v=4f-9REDLyZE